Atomic-Chef Schineis: "Der Schnee kam viel zu spät"
- Vor allem deutscher Markt problematisch
- Atomic startet Skischuhproduktion in Altenmarkt
Während für die heimischen Tourismusbetriebe der Schnee gerade noch rechtzeitig fiel, dürfte es für viele Hersteller von Wintersportartikeln ein schwieriges Geschäftsjahr werden. "Der Schnee kam viel zu spät", meinte Michael Schineis, Geschäftsführer des in Altenmarkt im Salzburger Pongau ansässigen Herstellers von Wintersportartikeln Atomic, im Gespräch mit der APA. Vor allem der deutsche Markt sei "ein großes Problem". Dennoch erwartet Schineis, den Atomic-Rekordumsatz des Jahres 2001 (199,3 Mio. Euro) wieder zu erreichen.
Die Bilanz für 2002 liegt noch nicht vor, aber "den Umsatz auf dem Niveau von 2001 dürften wir erreicht haben". Das hieße, dass Atomic spürbar an Marktanteilen dazugewonnen haben dürfte, weil der Markt insgesamt rückläufig war, so Schineis. In Deutschland seien die Einbußen jetzt auch nicht mehr aufzuholen, weil dort Ski praktisch nur vor Weihnachten (vor dem Skiurlaub) verkauft werden. Der Absatz in Amerika sei zwar zufriedenstellend gewesen, allerdings habe der hohe Euro-Kurs trotz hoher Stückzahlen weniger Erlös gebracht. Das Geschäft in Österreich war für Atomic in Ordnung. Schineis hofft jetzt noch auf drei gute, schneereiche Monate.
Skischuh-Produktion
Atomic startet zudem in Altenmarkt mit der Produktion von Skischuhen. Dazu wurden die Maschinen von Köflach (Steiermark) in den Pongau verlegt. Im ersten Jahr will Schineis 100.000 Paar Skischuhe produzieren, wobei die Zahl dann jedes Jahr deutlich steigen soll. "Wir erzeugen im Jahr rund 900.000 Paar Ski und etwa 500.000 Paar Bindungen, diesen Zahlen soll sich auch die Schuhproduktion annähern, wenngleich ein Erreichen dieser Größe ein vermessener Wunsch wäre." Besonders seit der Entwicklung der Carving-Ski zeige sich immer mehr, dass eine optimale Abstimmung zwischen Ski, Bindung und Schuh notwendig ist, weshalb alle Produktionen auf einen Standort konzentriert wurden.
Eine größere Investition sei für die Übersiedlung nicht notwendig gewesen, spürbare Kosten seien aber doch entstanden, so der Atomic-Chef. Für die Schuhproduktion wurden zunächst 25 Arbeitsplätze geschaffen. Ebenfalls erzeugt werden einige tausend Bergschuhe. Es handle sich dabei um besondere Schuhe aus Kunststoff, die nur für Spezialisten gedacht sind.
Köflach an Lear Corporation verkauft
Die Liegenschaft in Köflach wurde an die Lear Corporation Austria verkauft. Ein Teil der Mitarbeiter wurde laut Schineis direkt übernommen. Die Lear Corporation erzeugt dort Autositze für das steirische Automobil-Cluster, konkret für BMW und Saab. Atomic hatte in Köflach 90 Mitarbeiter beschäftigt, bei Lear sollen es bis zu 250 werden.
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