1 Jahr Euro: 2/3 der Blüten waren "falsche Fuffziger"
- OeNB: Im Jahr 2002 wurden 3.409 Fälschung entdeckt
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Zwei Drittel der Euro-"Blüten", die in Österreich im ersten Jahr nach der Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung aus dem Umlauf genommen wurden, waren "falsche Fuffziger". Mit 67 Prozent aller Falsifikate war der 50-Euro-Schein die am häufigsten gefälschte Banknote, gefolgt vom "Hunderter" mit einem Anteil von 26 Prozent. Die meisten Fälschungen sind im Großaum Wien aufgetaucht.
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) ortete 2002 zwar keinen signifikanten Anstieg an Fälschungen, verglichen mit den Euro-Vorgängerwährungen. "Die Sicherheitsmerkmale wurden nicht an unsere Schmutzkonkurrenz weitergegeben", sagte Stefan Augustin, Chef der Banknoten- und Münzkasse der OeNB, am Dienstag vor Journalisten.
Während die ehemaligen europäischen "Lieblinge" der Fälscher, etwa die D-Mark, früher eher in den grenznahen Fremdenverkehrsregionen im Westen Österreichs in Umlauf gebracht werden sollten, war es 2002 der Osten Österreichs - also der Großraum Wien mit den großen Einkaufszentren.
Im Jahr 2002 wurden in Österreich insgesamt 3.409 Fälschungen von Euro-Banknoten aus dem Umlauf entnommen und bei der OeNB eingeliefert. 1.466 "Aufgriffe" von falschen Scheinen gab es allein in Wien, gefolgt von Niederösterreich (421) und Salzburg (378).
Einen "Gipfel" an Falschgeldfunden gab es im vorigen August, und dann wieder wenige Wochen vor Weihnachten. Die Notenbank hatte deshalb schon vor der Weihnachtszeit die Händler verstärkt zur Euro-Schulung gebeten. Gerade in "Bargeldspitzenzeiten" wird gerne Falschgeld verbreitet. Kaum Attacken gab es in den ersten fünf Monaten nach Einführung des neuen Gelds.
Österreich war vor dem Euro eine "Insel der Seligen" gewesen, der Schilling selbst kaum im Interesse von Geldfälschern gewesen. Das Eurosystem ist jetzt auf Grund seiner Größe für Fälscher als riesiges Absatzgebiet um einiges "attraktiver" als die früheren einzelnen kleinen nationalen Währungsräume. Nach Angaben Augustins stammen die meisten der aufgegriffenen Euro-"Blüten" aus Fälschwerkstätten in Bulgarien und dem Baltikum.
Die mögliche Einführung einer 1- bzw. 2-Euro-Banknote wird in der OeNB als "aus österreichischer Sicht positiv" gewertet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat dazu nach Angaben von OeNB-Chef Klaus Liebscher ein Prüfverfahren eingeleitet. Sollte die EZB zum Schluss kommen, dass bei einer Neuauflage kleinere Scheine gedruckt werden sollen, würden die Vorbereitungen dazu freilich "mehrere Jahre" dauern. In Euroland sprachen sich zuletzt in Umfragen jeweils mehr als 70 Prozent gegen diese "kleinen Scheine" aus. Und in Österreich sind die Automatenhersteller ob solcher Überlegungen bereits nervös geworden, da sie schon wieder teure technische Umstellungen fürchten.
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