Gewerkschaft fordert Klarheit über Fiat-Zukunft
- Autogruppe darf nicht zerstückelt werden"
- Fiat-Aktie reagiert mit kräftigem Plus auf Colaninno-Pläne
Die italienischen Gewerkschaften fordern von dem italienischen Finanzier, Roberto Colaninno, Klarheit über die Zukunft des Konzerns. Er arbeitet an einem Plan zur Rettung der krisengeschüttelten Autogruppe Fiat. "Wir haben keine Vorurteile gegenüber Colaninno, wir wollen aber genau wissen, wie er vorgehen wird und welche Ziele er hat", betonte der Chef des stärksten italienischen Gewerkschaftsverbands Cgil, Guglielmo Epifani. Colaninnos Plan soll den Hauptaktionären in den nächsten Wochen vorgestellt werden.
"Eins muss unbestreitbar sein. Fiat darf nicht zerstückelt verkauft werden, weil Italien eine Autoindustrie braucht. Der Autosektor ist in Italien nicht am Ende. Er benötigt eine massive Finanzspritze, doch es besteht noch Raum, um Marktanteile zu erobern", so Epifani.
Hohe Investitionen nötig
Zu Gerüchten, wonach Colaninno Investitionen im Wert von acht Mrd. Euro zur Fiat-Rettung plane, meinte der Gewerkschaftschef: "Acht Mrd. Euro scheinen uns zu wenig. Volkswagen plant Investitionen in Höhe von 30 Mrd. Euro in den nächsten fünf Jahren", so Epifani.
Colaninno will Eigenangaben zufolge einen Pakt mit den Fiat-Hauptaktionären, der Unternehmerdynastie Agnelli, unterzeichnen. Laut italienischen Medien will er das Amt des Geschäftsführers und des Vizepräsidenten übernehmen. Der Verkauf nicht-strategischer Fiat-Beteiligungen soll unter ihm beschleunigt werden. Dank der Veräußerung der zu Fiat gehörenden Versicherungsgesellschaft Toro (deren Wert auf 3,5 Mrd. Euro geschätzt wird), und der im Luftfahrtbereich aktiven Fiat Avio hofft Colaninno vier Mrd. Euro aufzutreiben, die zur Eindämmung des hohen Schuldenbergs der Turiner Autogruppe dienen soll.
US-Finanzspritze erhofft
Zugleich hofft Colaninno laut italienischen auf eine Finanzspritze vom amerikanischen Fiat-Partner General Motors, der 1,5 Mrd- Euro zur Sanierung des krisengeschüttelten Autokonzerns zur Verfügung stellen sollte. Als Gegenleistung wäre GM von der Put Option befreit, die im Jahr 2004 den Koloss von Detroit zwingen würde, die Fiat-Autosparte zu übernehmen. Am Montag reagierten die Fiat-Aktien zu Eröffnung der Märkte mit eine vierprozentigen Wachstum auf die Gerüchte über Colaninnos Plan.
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