Montag, 6. Jänner 2003

OPEC-Staaten treffen sich in Wien zu Sondersitzung

  • Vor Hintergrund der Venezuela-Krise und drohendem Irak-Krieg

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) trifft am Sonntag in Wien zu einer Sondersitzung zusammen. Die zuständigen Minister aller elf Mitgliedsstaaten würden am Tagungsort Wien erwartet, hieß es am Dienstag aus OPEC-nahen Kreisen. Bei der Versammlung dürfte es vor allem um den jüngsten Anstieg der Ölpreise gehen. Hintergrund sind die Krise in Venezuela und der drohende Irak-Krieg. Die nächste reguläre Sitzung der OPEC findet am 11. März in Wien statt.

Der Rohölpreis ist am Dienstag nach Berichten über eine geplante Erhöhung der OPEC gesunken. Wie das "Wall Street Journal Europe" am Dienstag unter Berufung auf nicht genannte OPEC-Quellen berichtete, könnte die OPEC ihre Produktion um bis zu zwei Millionen Barrel pro Tag anheben.

Auch der OPEC-Korbpreis wurde mit 30,39 Dollar (29,15 Euro) je Barrel (159 Liter) um den Jahreswechsel etwas billiger. Vom oberen Ende des angestrebten Preisbandes (28 Dollar) bleibt der Ölpreis aber weiter deutlich entfernt. Über das Jahr gerechnet ergab sich allerdings wenig Veränderung. Im Schnitt kostete OPEC-Öl 2002 nach diesen Angaben 24,36 Dollar und damit gerade einmal 1,24 Dollar mehr als 2001. Im Jahr 2000 mussten im Schnitt sogar 27,60 Dollar gezahlt werden.

Laut "Wall Street Journal Europe" sollen durch die Öffnung der Förderhähne die Ausfälle durch den fünfwöchigen Streik in Venezuela und durch einen möglichen Irak-Krieg kompensiert werden. Im elektronischen Handel der New Yorker Warenterminbörse NYMEX fiel nach Angaben der Agentur Bloomberg der Preis für Rohöl zur Auslieferung im Februar um 2,96 Prozent auf 32,10 Dollar pro Barrel (159 Liter).

6.1.2003 09:02