FC-Tirol-Prozess auf September vertagt
- Am Dienstag wurden Spieler einvernommen
- "Massiver psychischer Druck"
·JETZT MITREDEN: FUSSBALL-FORUM
Ihre Meinung zu den großen Fußball-Ligen!
·Skandal-Spiel
Trabzonspor-Austria mit Ohrfeige
In Innsbruck ist am Dienstag der FC-Tirol- Prozess rund um offene Spielergehälter mit der Einvernahme einzelner Spieler fortgesetzt worden. Von den drei Angeklagten, den Ex- Präsidenten Martin Kerscher und Othmar Bruckmüller sowie dem früheren Rechtsreferenten Hansjörg Mader, war nur Kerscher anwesend. Robert Hochstaffl, der den Fußball-Verein gemanagt hatte, folgte dem Prozess als Zuhörer.
Ex-Spieler Walter Kogler gab an, von Seiten der Vereinsverantwortlichen nie über die finanziellen Schwierigkeiten des Fußballklubs aufgeklärt worden zu sein. Bruckmüller und Kerscher hätten den Spielern gegenüber angegeben, dass sie sich "persönlich" den Entgeld-Rückständen bzw. den Entgelten "annehmen" würden, hielt der Profifußballer fest.
Sein ehemaliger Mitspieler Alfred Hörtnagl gab an, vom Verein angehalten worden zu sein, ein "Steuer sparendes Modell" anzuwenden. Ein Teil des vereinbarten Arbeitsentgeltes sollte von der Firma des Ex-Managers Hochstaffl, "Global", überwiesen werden. Wie Spieleranwalt Friedrich Gatscha ausführte, hätten die Verantwortlichen mittels Gutachten die Legalität dieser Konstruktion belegen wollen. Dadurch hätten sie "massiven psychischen Druck" auf die Spieler ausgeübt.
Jetzt habe die österreichische Finanz bei den Spielern Ansprüche erhoben. Es seien lohnsteuerpflichtige Bezüge in Österreich verschleiert worden, hieß es. Da die Firma Global in Konkurs geschlittert sei, habe man Hochstaffl nicht geklagt, aber dennoch Forderungen angemeldet, sagte Hörtnagl.
Laut Gatscha beträgt die Summe der ausständigen Spielergehälter bis September 2002 insgesamt 3,6 Millionen Euro. Davon werden aber nur eine Million Euro gegen Ex-Präsident Bruckmüller sowie jeweils 100.000 Euro gegen die zwei weiteren Beklagten Kerscher und Mader eingefordert.
Die Verhandlung wurde am späten Nachmittag auf 9. September vertagt. Wann es zu einem Abschluss kommen wird, war vorerst unklar.
(APA)
