Totales LASK-Chaos: Sechs Spieler verlassen Linz
- Präsident Reichel verhängt wutentbrannt Trainingsverbot
- Bleiberg-Krise: Verhandlungen zwischen Putzi und Stronach
·DSV Leoben
Trainer Segrt wirft das Handtuch
·Bad Bleiberg
Der Spielbetrieb ist nun gesichert
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Die Krise beim LASK nimmt immer groteskere Ausmaße an: Als Präsident Reichel die Spieler erneut aufforderte, auf Grund der Finanzkrise bei den Linzern auf 25 Prozent ihres Gehalts zu verzichten, sagten diese ihm lautstark ihre Meinung. Reichel stürmte darauf wutentbrannt aus dem Raum und verhängte ein generelles Trainingsverbot. Schon zuvor war bekannt geworden, das mit Salmin Cehajic bereits der sechste Spieler seinen Vertrag mit dem LASK vorzeitig löst.
Beim LASK warten die Spieler auf ihr Gehalt. Statt barer Münze hat es bisher nur leere Versprechungen gegeben. Daher ist es kein Wunder, dass den Linzern nun die Spieler davon laufen. Nach Wimleitner, Schmid, Aflenzer, Struber und Nestl hat nun auch Cehajic als sechster Akteur seinen vorzeitigen Rücktritt vom Vertrag erklärt. Als Norbert Barisits am Dienstag zum ersten Training im Neuen Jahr bat, versammelten sich nur noch 14 Fußballer um ihn.
Schreiduell zwischen Präsident und Spielern
Das Schlusslicht der "Red Zac"-Ersten Liga kämpft schon seit längerem nicht nur mit sportlichen, sondern vor allem auch mit finanziellen Problemen. Daher ersuchte Präsident Peter-Michael Reichel den Rest des Kaders am Dienstag neuerlich, eine 25-prozentige Kürzung der Bezüge zu akzeptieren. Die Spieler wiederum sagten dem Chef lautstark ihre Meinung, worauf Reichel mit hochrotem Gesicht den Raum verließ und ein generelles Trainingsverbot verhängte.
Barisits hingegen erklärte später gegenüber der APA, dass Reichel kein generelles Trainingsverbot ausgesprochen habe. "Er hat lediglich die Verhandlungen über Gehaltskürzungen abgebrochen, weil diese Spieler keine Einsicht gezeigt haben", so der Sportdirektor. Außerdem sei schon vor diesen Gesprächen und dem Training ausgemacht gewesen, dass am ersten Tag nur Laufen auf dem Programm stehen würde. Der gefrorene Schneeboden lässt auf den Plätzen kein normales Training zu.
Der LASK zerfällt
Auch wenn der Trainer die Normalität mimt, lässt die Realität für die nächsten Tage nichts Gutes ahnen. Memic soll kurz vor einem Wechsel zu Al Taawur, dem Tabellenführer der chinesischen zweiten Liga, stehen und Sariyar mit Sturm Graz auf Trainingslager fahren.
Generalversammlung am 15. Jänner
Die prekäre Lage der Athletiker, die 1965 als erster Nicht-Wien-Klub den Meistertitel holten, wird auch auf der Generalversammlung am 15. Jänner für Zündstoff sorgen. Es ist kein Geheimnis, dass der Verein Reichel entmachten und absetzen möchte. Sollte es dazu kommen, hat der Präsident mit seinem Partner Helmut Oberndorfer aber noch immer das Sagen. Denn der Verein hält an der LASK GesmbH lediglich 26 Prozent, den Rest jedoch das Duo Reichel/Oberndorfer.
Rettet Stronach Bad Bleiberg?
Die LASK-Situation wird außerdem noch Gegenstand von Gesprächen mit der Bundesliga sein. Dazu Liga-Vorstand Thomas Kornhoff: "Es sollte noch diese Woche ein Treffen von Reichel und mir geben." SEZ Bad Bleiberg, zuletzt ebenfalls ins finanzielle Trudeln geraten, soll auf noch höherer Ebene beraten werden. Laut Kornhoff wollen Egon Putzi und Liga-Präsident Frank Stronach in Übersee zusammentreffen und dabei u.a. über den Punkteabzug der Kärntner nochmals beraten.
