Muss Bundesliga für FC-Tirol-Schulden gerade stehen?
- Ex-Spielern drohen Steuernachzahlungen
·JETZT MITREDEN: FUSSBALL-FORUM
Ihre Meinung zu den großen Fußball-Ligen!
·BL-Rückblick
Das war die Herbst- saison 2002/03
·ALLE INFOS ZUR BUNDESLIGA!
Die Abschlusstabelle
der Saison 2003/04
In Zusammenhang mit dem Konkurs des österreichischen Fußball-Meisters FC Tirol könnte auf die österreichische Bundesliga eine Klagelawine zukommen. Laut einem Bericht der "Tiroler Bezirksblätter" (Dienstag-Ausgabe) listet Masseverwalter Herbert Matzunski in seinem Bericht genau auf, wie die Bundesliga im Rahmen ihrer Lizenzierungsverfahren bereits seit Jahren über die prekäre Situation bei den Innsbruckern Bescheid wusste und dennoch die Spielgenehmigung erteilte. Die Gläubiger verfügen nach der Einschätzung von Matzunski über gute Chancen, ihre Forderungen bei der Bundesliga einzutreiben.
Auch den ehemaligen Tirol-Kickern drohen mögliche finanzielle Einbußen. Nach Matzunskis Bericht könnten Lohnsteuernachzahlungen in Millionenhöhe bevorstehen, wenn sich das vom Verein praktizierte "Steuerspar-Modell" mit der Firma von Ex-Manager Robert Hochstaffl als unzulässig herausstellt.
Matzunski bezifferte laut den "Tiroler Bezirksblättern" die Verbindlichkeiten des FC Tirol bei den insgesamt 157 Gläubigern auf rund 28 Millionen Euro, stellte aber klar, dass die Summe wahrscheinlich noch deutlich die Schallmauer von 30 Millionen Euro durchbrechen wird.
Einen Grund für die Pleite sieht Matzunski in den explodierenden Personalkosten, die von rund drei Mio. Euro in der Saison 1996/97 auf 14,5 Mio. Euro im Spieljahr 2001/02 angestiegen waren. Nach dem Bericht von Matzunski war der FC Tirol bereits seit Ende 1999 völlig überschuldet und zahlungsunfähig. Seit Juli 2000 seien insgesamt 145 Exekutionen gegen den Verein durchgeführt worden. "Seit 1998 herrschte beim FC Tirol Chaos und Misswirtschaft", lautete das Resümee des Innsbrucker Anwalts in den "Tiroler Bezirksblättern".
Bundesliga-Pressesprecher Christian Kircher ist sich der Problematik, die sich für die Bundesliga aus der Tirol-Pleite ergeben hat, bewusst. "Wir haben uns schon seit längerem mit diesem Thema beschäftigt, das ist eine ernste Sache. Die Bundesliga steht aber auf dem Standpunkt, dass sie nicht oder nur zum Teil zur Rechenschaft gezogen werden kann. Die Verantwortung trägt im Endeffekt immer der Klub," meinte Kircher. Die Bundesliga wolle nun einmal "abwarten, wie die Gerichte entscheiden".
