Rot-weiß-roter Doppelsieg bei Abfahrt in Bormio
- Eberharter gewinnt vor Walchhofer, Kröll Vierter
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Stephan Eberharter steht wieder an der Spitze der Weltcup-Gesamtwertung. Der 33-jährige Tiroler gewann am Samstag die Abfahrt in Bormio und beendete damit die sieglose Serie der ÖSV-Herren, die zuvor acht Rennen ohne Erfolg geblieben waren. Eberharter verwies beim 22. Weltcup-Triumph seiner Karriere, dem sechsten in dieser Saison und zwölften in der Königsdisziplin, seinen Salzburger Teamkollegen Michael Walchhofer (+0,48 Sek.) auf Platz zwei.
Dritter wurde der US-Amerikaner Daron Rahlves (+0,77), der am 29. Dezember die bisher letzte Abfahrt auf der Stelvio gewonnen und die seit 1997 währende ÖSV-Siegesserie in Bormio beendet hatte. Mit Klaus Kröll als Viertem (+0,86) landete noch ein weiterer Österreicher im Spitzenfeld, mit Peter Rzehak (9./+1,26) und Weltmeister Hannes Trinkl (10./+1,33), vor knapp zwei Wochen noch auf Rang vier bzw. drei, fuhren insgesamt fünf ÖSV-Läufer in die Top Ten.
"Ich bin überglücklich, dass ich meine alte Stärke wieder habe. Ich musste alles geben, um hier zu gewinnen", betonte Eberharter nach dem ersten Erfolg seit seinem Abfahrtssieg am 14. Dezember in Val d'Isere, wo er einen Tag später im Riesentorlauf jene Knieverletzung erlitten hatte, durch die er drei Rennen versäumt hatte.
Beim Comeback vor 13 Tagen war er im WM-Ort von 2005 nach einem Torfehler im unteren Teil ausgeschieden, doch diesmal präsentierte sich "Steff" auf der 3.680 Meter langen und extrem schwierigen Stelvio-Piste wieder von seiner besten Seite. "Ich wäre eigentlich schon mit einem Platz unter den Top Fünf zufrieden gewesen, weil es einfach dauert, nach einer Verletzung wieder den richtigen Rhythmus zu finden", meinte der Zillertaler. "Deswegen freut mich jetzt der Sieg auf dieser so schwierigen Strecke umso mehr."
Eberharter wieder Weltcup-Erster
Eberharter, der nun in der Gesamtwertung 45 Punkte Vorsprung auf US-Ausnahmefahrer Bode Miller, der in Bormio Achter wurde, aufweist, hat nach seinem vierten Abfahrtssieg in diesem Winter seinen Platz im WM-Team ebenso fix wie Titelverteidiger Trinkl. Und auch Michael Walchhofer, der in Bormio nach Beaver Creek und Gröden zum bereits dritten Mal in dieser Saison auf Platz zwei in der schnellsten Alpin-Disziplin landete, hat beste Karten in St. Moritz (2.-16.2.) dem WM-Abfahrtsteam des ÖSV anzugehören.
"Es ist keine Schande vom Steff geschlagen zu werden. Denn wenn ich schon Zweiter werden muss, dann hinter einem Stephan Eberharter", erklärte der 27-Jährige. Olympiasieger Fritz Strobl, der am 29. Dezember noch Zweiter in Italien geworden war, musste sich dagegen diesmal nur mit Platz 17 zufrieden geben.
Schwerer Sturz von AJ Bear
Überschattet wurde die Abfahrt in Bormio in der Endphase von einem schweren Sturz des Australiers AJ Bear, dem der letzte Sprung vor dem Ziel zum Verhängnis geworden war. Der 25-Jährige aus Sydney erlitt nach ersten Erkenntnissen der Mediziner, die Bear mit Sauerstoff am Unfallort beatmeten, einen Armbruch sowie eine Gehirnerschütterung und wurde zu einer genauen Untersuchung, da auch innere Verletzungen im Bereich des Brustkorbs befürchtet wurden, mit dem Helikopter ins nahe gelegene Spital in Sandalo geflogen. Das Rennen hatte nach diesem Zwischenfall für eine knappe halbe Stunde unterbrochen werden müssen.
