Dienstag, 7. Jänner 2003

Mayer sieht trotz Schwäche eine WM-Medaillenchance

  • Marc Mayer einziger Teilnahmer in Otepää

Die Schwäche des ÖSV-Langlauf-Teams gibt auch Walter Mayer zu denken. Der Sportdirektor glaubt die Ursachen in Trainingsintensität und der Serie der Höhentrainingslager erkannt zu haben, hofft aber für die Weltmeisterschaften im Val di Fiemme weiter auf Spitzenplätze durch Christian Hoffmann, Michail Botwinow und im Sprint.

Dem Höhepunkt wird alles untergeordnet, daher wird auch mit einer Ausnahme auf die Beschickung des Weltcups am Wochenende in Otepää verzichtet - nur Marc Mayer reist zum Sprint (klassisch) am Sonntag nach Estland.

"Dass die WM sehr spät angesetzt ist, könnte unser Vorteil sein. Wir werden in Ruhe neu aufbauen", erklärte Mayer am Dienstag. Das gilt vor allem für Botwinow, der den Grund für seine bisher schwachen Ergebnisse in zu hartem Training sieht. Der WM-Dritte von Ramsau 1999 soll wie Hoffmann im 50-km-Rennen der WM am 1. März in Topform sein. "Die Spritzigkeit fehlt, die Athleten sollen sich einmal gut ausrasten und im Training nur kurze, schnelle Sachen machen", meinte der Sportdirektor.

Während der Großteil des Teams nach dem Trainingslager auf der Tauplitz am 18./19.1. in Nove Mesto antritt, absolviert Botwinow zu diesem Termin (19.) eine WM-Generalprobe. Als vierfacher Gewinner tritt der Ex-Staffel-Weltmeister am 19.1. beim 29. Dolomitenlauf (42 km) an, der heuer in Obertilliach ausgetragen wird. Marc Mayer greift im Dolomitensprint (17.1.) nach dem Sieg.

Mayer gestand auch ein, dass die nacholympischen Querelen um seine Person ("Blutbeutel-Affäre") ein Mitgrund für den Formabfall sein könnte. Die Berufungsverhandlung vor dem obersten Sportgericht in Lausanne steht noch aus. "Es geht in Richtung Freispruch", vermutet Mayer, der einen Grund dafür in der starken Unterstützung des ebenfalls für zwei Winterspiele gesperrten Team-Betreuers Volker Müller durch den deutschen Heilpraktiker-Verband sieht.

7.1.2003 13:36