Samstag, 11. Jänner 2003

Regierungsparteien gewinnen Wahl in Dschibuti

  • "Union für die Präsidentenmehrheit" erringt 62,7 Prozent
  • Durch Mehrheitswahlrecht: Alle Parlamentssitze gewonnen

Bei der Parlamentswahl in Dschibuti am Horn von Afrika hat das Parteienbündnis von Präsident Ismael Omar Guelleh alle 65 Mandate für sich verbucht. Wie das Innenministerium mitteilte, erhielt die Union für die Präsidentenmehrheit (UMP) 62,7 Prozent der Stimmen. Das Bündnis aus vier Parteien erzielte dabei in allen fünf Wahlbezirken die Mehrheit, so dass es jeweils alle Sitze dieser Regionen gewann.

Die oppositionelle Union für eine Demokratische Alternative, zu der sich ebenfalls vier Parteien zusammengeschlossen haben, kam den Behördenangaben zufolge bei der Wahl am Freitag auf 37,3 Prozent. Erstmals seit der Unabhängigkeit von Frankreich 1977 stimmten die Bürger nach einem uneingeschränkten Mehrparteiensystem ab. Ihre Stimme gaben 48 Prozent der rund 179.000 registrierten Wähler ab.

Bei den beiden vorherigen Wahlen 1992 und 1997 hatte sich jeweils die seit der Unabhängigkeit regierende Sammlungsbewegung des Volkes für den Fortschritt (RPP) durchgesetzt. Antreten durften damals lediglich vier Parteien, eine unabhängige Wahlkommission gab es nicht.

Erstmals werden nun auch Frauen im Parlament von Dschibuti vertreten sein. Nach einem neuen Gesetz sind mindestens sieben Sitze für weibliche Abgeordnete reserviert.

Das von ausländischer Hilfe abhängige Dschibuti hat in den vergangenen Monaten verstärkt auf die Zusammenarbeit mit den USA gesetzt. Das strategisch günstig gelegene Land in Ostafrika wurde zum wichtigen Partner Washingtons im internationalen Kampf gegen den Terror. Auch deutsche Soldaten sind vor Dschibuti im Einsatz.

11.1.2003 14:23