Doch Österreicher unter Absturzopfern in der Türkei
- 28-jähriger irakischer Abstammung auf der Totenliste
- Wäre der Crash zu verhindern gewesen?
Beim Absturz einer türkischen Verkehrsmaschine im südostanatolischen Diyarbakir am vergangenen Mittwoch ist entgegen bisherigen Informationen offenbar doch auch ein österreichischer Staatsbürger ums Leben gekommen. Wie die türkische Presse am Wochenende berichtete, verbrannte in der Unglücksmaschine ein 28-jähriger Österreicher namens Sabah Abdall.
Der im nordirakischen Mosul geborene Mann war demnach seit seinem 15. Lebensjahr österreichischer Staatsbürger. Zweimal war bisher schon von einem Österreicher an Bord die Rede gewesen - beide Male wurde das Gerücht danach wieder verworfen.
Keine Angehörigen ausfindig gemacht
Abdall war diesen Presseberichten zufolge am vergangenen Mittwoch von Wien nach Istanbul gereist, wo er am frühen Abend in die Unglücksmaschine nach Diyarbakir umstieg. Was er dort wollte, ist bisher nicht geklärt. Die Behörden konnten bis zum jetzigen Zeitpunkt auch keine Angehörigen ausfindig machen.
Bei der Katastrophe der Linienmaschine der staatlichen Fluggesellschaft Turkish Airlines waren 75 Menschen ums Leben gekommen. Nur fünf Insassen überlebten den Absturz des Flugzeuges kurz vor der Landung auf dem Flughafen von Diyarbakir.
Trauerfeier am Freitag
Am Freitag - 2 Tage nach dem schweren Flugzeugunglück in der Türkei mit 75 Toten waren nach Behördenangaben etwa 50 Opfer identifiziert. Am Flughafen Atatürk in Istanbul nahmen Hunderte Trauernde die mit türkischen Flaggen bedeckten Särge mit ihren toten Angehörigen in Empfang, um sie in ihren Heimatorten zu bestatten. Piloten und Experten forderten eine technische Nachrüstung von mehr als der Hälfte der 36 Flughäfen im Land.
Alle Flughäfen müssten mit dem Instrumenten-Landesystem ILS ausgestattet werden, sagte der Vorsitzende der Pilotenvereinigung TALPA, Necmi Ekici, der Zeitung "Radikal". Die Fluggesellschaft Turkish Airlines, der das abgestürzte Flugzeug gehörte, schloss sich der Forderung an.
Das Fehlen einer ILS-Anlage am Flughafen von Diyarbakir wird von Experten für das schwere Unglück vom Mittwoch mit verantwortlich gemacht; die Maschine vom Typ RJ 100 war beim Landeanflug in dichtem Nebel kurz vor der Landebahn am Boden zerschellt. Die meisten Opfer wurden bis zur Unkenntlichkeit verbrannt und können nur durch eine DNS-Analyse identifiziert werden. Unter den Absturzopfern waren auch vier Briten, ein US-Bürger und ein Finne.
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