Dienstag, 7. Jänner 2003

Frankreich, Italien und Spanien leiden unter Kältewelle

  • 2 Frost-Tote in Südfrankreich - hoher Stromverbrauch in Spanien
  • Indien & Bangladesch: 650 Kältetote

Die Eiseskälte hat am Freitag weite Teile Südeuropas erfasst. In Südfrankreich erfroren zwei Menschen, berichtete die Polizei. Die klirrende Kälte führte in Spanien zum bisher höchsten Stromverbrauch in der Geschichte des Landes. Und in Norditalien legte das eisige Wetter am Freitag vor allem die Region Friaul lahm. Ungewöhnlich kalt ist es auch in Indien und Bangladesch. Dort erfroren inzwischen bereits 650 Menschen.

In Frankreich starb nach Angaben der Polizei ein 45 Jahre alter angetrunkener Mann. Er sei bereits vor Tagen auf eisglattem Boden gestürzt, habe das Bewusstsein verloren und sei erfroren. Ein Radfahrer habe ihn jetzt gefunden. In der Nordbretagne wurde ein 65 Jahre alter Obdachloser Opfer der Kälte. Seit Beginn des Frostes kamen damit in Frankreich mindestens sechs Menschen ums Leben.

Horrender Stromverbrauch in Spanien
Der Stromkonsum in Spanien erreichte Donnerstagabend knapp 35.700 Megawatt, meldete der Rundfunk. Dank neuer Elektrizitätswerke sei es aber im Gegensatz zu anderen strengen Wintern nicht zu Stromausfällen gekommen. Auch der Gasverbrauch erreichte eine Rekordmarke, hieß es. Trotz Temperatursturzes blieben die angekündigten schweren Schneefälle aber aus. Der Unwetteralarm in Barcelona wurde aufgehoben. Auf der Ferieninsel Mallorca wird die Kältewelle erst am Wochenende erwartet.

Chaos in Triest
Im italienischen Triest herrschten wie an den vergangenen Tagen chaotische Zustände. Zahlreiche Menschen wurden meist bei Stürzen auf den eisglatten Straßen verletzt. Viele Autobuslinien konnten nicht verkehren. Die Schulen würden bis Montag geschlossen bleiben, hieß es. Auch in Großstädten wie Mailand und Bologna fiel Schnee.

Süditalien: Schlammlawinen und Hochwasser
Starke Niederschläge und Schlammlawinen belasteten unterdessen Süditalien. In der Kleinstadt Quindici südlich von Neapel mussten 400 Personen wegen Erdrutschgefahr evakuiert werden. Auch in San Marzano sul Sarno mussten 300 Menschen ihre Häuser aufgeben, nachdem Experten vor Erdrutschgefahr nach heftigen Niederschlägen gewarnt haben. Die süditalienische Hafenstadt Brindisi wurde von Hagelstürmen und Niederschlägen schwer getroffen, berichtete das italienische Staatsfernsehen RAI am Freitag. Straßen und Bahnverbindungen wurden unterbrochen. Die Inseln Tremiti (Apulien) waren wegen der schweren Stürmen isoliert. Rund um Rom traten einige Flüsse über die Ufer, was große Sachschäden verursachte.

650 Menschen erfrieren in Indien und Bangladesch
Der Kältewelle in Bangladesch und Nordindien sind bereits rund 650 Menschen zum Opfer gefallen. In Bangladesch erhöhte sich die Zahl der Toten allein am Donnerstag um 100 auf etwa 420, wie Zeitungen am Freitag berichteten. Betroffen sind vor allem Kinder und ältere Menschen, die in dem tropischen Land ohne warme Kleidung und feste Unterkunft den auf nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt sinkenden Temperaturen hilflos ausgeliefert sind.

In den indischen Unionsstaaten Uttar Pradesh und Bihar stieg die Zahl der Kälteopfer nach Angaben der Behörden seit Weihnachten auf knapp 230. Am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag seien in Uttar Pradesh weitere 52 Menschen gestorben. Medienberichten zufolge lag die Zahl der Toten noch höher. Die Behörden erwarteten eine weitere Verschärfung der Lage. Der Wetterdienst in Bangladesch sagte weiter sinkende Temperaturen in den kommenden Tagen voraus.

7.1.2003 13:27