Fanclub will Haider laut Stadler "rehabilitieren"
- Volksanwalt: Parteiführung paktiert mit Gegnern Haiders
- Club-Chef Fischl: "Es läuft sehr gut" (siehe Kasten rechts)
·DISKUSSION
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·Harald Fischl
Für den Club-Chef läuft es "sehr gut"
Zunächst gründete er den Fanclub der "Freunde Jörg Haiders" (vermutlich der einzige derartige Verein für einen Politiker), jetzt will er sein Idol auch noch "rehabilitieren". Die Rede ist von FPÖ-Volksanwalt Ewald Stadler, der seiner Parteiführung weiters Komplizenschaft mit den Gegnern Haiders vorwirft.
Stadler rechnet in der Wochenzeitung "Zur Zeit" mit den parteiinternen Kritikern des von ihm mit begründeten "Clubs der Freunde Jörg Haiders - Club Jörg" ab. Als Ziel des Clubs nennt er, "zu einer fälligen Rehabilitierung Jörg Haiders einen Beitrag zu leisten", was sich durchaus auch auf die eigene Partei bezieht. Die Bundesparteiführung sieht Stadler derzeit nämlich nur nach der Pfeife des "Traumkoalitionspartners ÖVP" tanzen.
Als Haider Ende 2002 vor allem von der ÖVP massiv angegriffen worden sei, habe es "aus der Bundes-FPÖ, aus jener Partei, die er groß gemacht hat, nicht einen Satz der Verteidigung gegeben". Die "Freunde" Haiders - wie Parteiobmann, Generalsekretär, Bundesgeschäftsführer, Minister oder sonstige FP-Granden - seien "allesamt schweigsam" gewesen, um den "Traumkoalitionspartner ÖVP" nicht durch allzu viel Solidarität mit Haider zu verunsichern.
Außerdem stellt Stadler bei seinen Parteikollegen Gefühle wie "Neid und Missgunst" gegenüber Haider wegen dessen politischer Erfolge fest. Auch dies habe dazu beigetragen, dass sie eine "Komplizenschaft mit seinen politischen Gegnern" eingegangen seien. Und "vor lauter Schielen zur ÖVP" bemühe sich die Parteiführung auch nicht um die FPÖ-Anhänger, die sich wegen der "unverständlichen Behandlung" Haiders von der Partei abwenden wollten. Diese Anhänger zu binden, sei ebenfalls Ziel des "Clubs".
Jörg Haider verdiene Solidarität wegen seiner Verdienste um und für die FPÖ - und zwar "gerade jetzt, wo zum einen offenkundig wird, dass er Leuten ein Übermaß an Vertrauen geschenkt hat, welche dieses Vertrauen weder verdient noch gerechtfertigt haben, und zum anderen ihm diese Leute gemeinsam mit dem politischen Gegner Steine nachschmissen, als er ihre Unterstützung gebraucht hätte", schreibt Stadler.
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