Freitag, 10. Jänner 2003

Haupt sieht Zug für schwarz-blau nicht abgefahren

  • FPÖ-Chef: Chancen bis heute unverändert
  • Schweitzer sieht FPÖ nicht als zweite Wahl

Der FPÖ-Chef Herbert Haupt lässt sich von Schüssels leise Schwarz-Rot-Präferenz nicht den Optimismus nehmen. Für ihn ist der Zug für eine VP-FP-Koalition noch "nicht abgefahren". Er glaubt weiterhin an eine 30%-Chance, dass seine Partei doch noch in die Regierung kommt. Auch der freiheitlich Klubobmann Karl Schweitzer findet, dass die FPÖ alles andere als zweite Wahl ist.

Der Zug für schwarz-blau sei "gar nicht abgefahren", zeigte sich FPÖ-Obmann Herbert Haupt keineswegs enttäuscht über die jüngste Koalitionspräferenz von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) für die SPÖ. Seine Einschätzung, dass eine Neuauflage von ÖVP und FPÖ etwa 30 Prozent Chancen habe, sei bestätigt worden. "Die Chancen sind vom ersten Tag der Sondierungsgespräche bis heute unverändert geblieben", erklärte Haupt am Freitag auf Anfrage der APA.

Jetzt gehe es darum, "in aller Ruhe die nächsten Tage abzuwarten". Man werde "sehen, wie sich die schwarz-roten Verhandlungen entwickeln", so Haupt.

Schweitzer sieht FPÖ nicht als zweite Wahl
FPÖ-Klubobmann Karl Schweitzer sieht die Chancen für seine Partei, eine neue Koalition mit der ÖVP zu bilden, trotz der Koalitionspräferenz von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) Richtung SPÖ als "unverändert" an. Die Freiheitlichen seien nicht zweite Wahl, erklärte Schweitzer am Freitag auf Anfrage der APA. Indirekten Unmut äußerte er gegenüber Schüssel, der "alle bis in den letzten Winkel auslotet und herumtaktiert". Jedenfalls müsse man feststellen, dass "sich ÖVP und SPÖ diametral gegenüber stehen".

Es stelle sich die Frage, "wer von den beiden wie weit auf den anderen zugeht. Irgendeiner muss ja seine Position komplett verlassen. Oder der Kompromiss wird derart faul, dass die Leute sagen, pfau, dort sind wir, wo wir schon einmal waren".

Schweitzer: "Natürlich ist es wichtig, für die anstehenden Reformen eine größtmögliche Unterstützung zu suchen. Aber man muss schon die Frage stellen, wie will er (Schüssel, Anm.) die Reformen machen. Mit einer größtmöglichen Unterstützung und dafür oberflächlich - da wird natürlich die SPÖ für viele Dinge, die er verlangt, nicht wirklich in der Form zur Verfügung stehen. Da wird er sehr viele Abstriche machen müssen".

10.1.2003 09:47