Sonntag, 12. Jänner 2003

Kärnten: Landesschulratspräsidenten-Sohn vor Gericht

  • 22-Jähriger wegen Bombenbauens und Suchtgift angeklagt
  • Prozess am Freitag in Klagenfurt

Wegen fahrlässiger Gefährdung durch Sprengmittel, Vorbereitung eines Verbrechens mit Sprengmitteln sowie des Besitzes von Cannabis muss sich am kommenden Freitag (Beginn 9.30 Uhr, Saal 283) ein Sohn des Kärntner Landesschulratspräsidenten Heiner Zechmann am Landesgericht Klagenfurt verantworten. Der 22-Jährige hatte im Sommer 2002 mehrere selbst gebaute Bomben zur Explosion gebracht und hortete eine extrem gefährliche Nagelbombe sowie Treibladungen für Granatwerfer.

Zwischen Juni und September 2002 explodierten in den Kärntner Orten Feistritz/Rosental, Ferlach und Heilengeist bei Villach mehrere Sprengkörper, die jedoch keine nennenswerten Schäden anrichteten. Die Bomben waren sehr professionell hergestellt worden, mit Schwarzpulver, Nitrozellulosefolien und CO2-Patronen. Als Bombenbastler konnte schließlich der älteste Sohn des Präsidenten des Landesschulrates ausgeforscht werden. Bei dem Studenten fand die Polizei weiteres explosives Material, unter anderem eine mit Nägeln gefüllte Splitterbombe.

Der mutmaßliche Bombenbauer entstammt der ersten Ehe Zechmanns, der laut eigenen Angaben "ein Naheverhältnis zu den Freiheitlichen" hat. Politische Motive seines Sohnes schließt der Präsident aus. Sein Bub sei "immer schon ein Problemkind" gewesen und habe "nur auf sich aufmerksam machen" wollen, stellte er in Interviews nach der Festnahme des Sohnes fest.

12.1.2003 09:11