Stopp für umstrittenen Turmbau in Wien-Mitte
- Bürgermeister Häupl: "Das Projekt ist tot"
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Der Streit um das Projekt Wien-Mitte
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So sollte das Projekt aussehen...
Seit Monaten tobte der Streit um die Hochhäuser in Wien-Mitte (siehe Chronologie im Kasten rechts), dann endlich sagte Bürgermeister Häupl: "Das Projekt ist tot ..." Jetzt wird der Plan gestoppt! Und an einem Projekt "Wien-Mitte-Light" gearbeitet. Erhitzt hatten sich die Gemüter - auch die der UNESCO, die sogar mit dem Entzug des Titels Weltkulturerbe drohte - an der Höhe der Türme. Sie sollten 97 Meter in den Himmel ragen.
Der Bürgermeister hatte verkündet, dass die Türme nicht wie geplant bis zu 97 Metern empor wachsen werden. Das Gebäude, so betonte er, müsse mit dem Prädikat Weltkulturerbe kompatibel sein. Die Rathaus-Opposition zeigt sich über die jüngste Entwicklung in der Causa erfreut.
Bauträger B.A.I. will "Light"-Version entwickeln
Die B.A.I. (Bauträger Austria Immobilien GmbH) wird das umstrittene Hochhaus-Projekt Wien-Mitte nicht realisieren. Das hat das Unternehmen der APA am Freitag mitgeteilt. Beschlossen wurde, die bestehenden Überbauungsrechte zu nutzen und auf einem Teilstück des Areals - dem ehemaligen Busbahnhof - ein Projekt "Wien-Mitte-Light" zu planen. Dieses wird aber bedeutend niedriger werden, versicherte eine B.A.I.-Sprecherin.
Turm-Projekt sorgte seit Jahren für Aufregung
Geplant war, eine drei Hochhäuser umfassende Bahnhofs-Überbauung zu errichten. Einer der Türme hätte 97 Meter hoch werden sollen. Verschärft hat sich die Debatte in den vergangenen Monaten: Politiker und Denkmalschutz-Experten warnten davor, dass die Wiener Innenstadt das UNESCO-Prädikat "Weltkulturerbe" angesichts des Projekts verlieren könnte.
"Ende im zehnjährigen Kampf gegen Türme"
FP-Gemeinderat Heinz-Christian Strache sprach angesichts von einem "großartigen Erfolg für die Bürger der Stadt". Am Ende eines zehnjährigen Kampfes gegen die "Monstertürme", habe sich schließlich der Verstand und die Vernunft durchgesetzt. Natürlich sei bei Wien-Mitte großer Handlungsbedarf gegeben, da dieser Schandfleck im Herzen Wiens einer dringenden Erneuerung bedürfe.
Die Höhenentwicklung solle sich bei 65 Metern einzupendeln, verlangte Strache. Er forderte auch einen sofortigen Baustopp beim "City-Tower", der in unmittelbarer Nähe der geplanten Bahnhofsüberbauung entsteht. Dieser soll knapp 90 Meter hoch werden.
Der Wiener ÖVP-Chef Finz lobte die "späte Einsicht" Häupls. Die ÖVP habe mehrfach gefordert, den Standort qualitativ zu verbessern sowie das Prädikat Weltkulturerbe für die Stadt zu erhalten. Wien-Mitte müsse städtebaulich saniert werden, stadtbildverträglich sein und eine optische Verschönerung erfahren, verlangte Finz.
Der SP-Klubobmann im Rathaus, Christian Oxonitsch, wies den Wiener VP-Chef umgehend darauf hin: "Die ÖVP hat diesem Flächenwidmungsplan zugestimmt". Jetzt versuche sie sich aus opportunistischen Gründen davon zu distanzieren. Um zu einer raschen Lösung zu kommen, müssten die Verhandlungen ohne "ständige unqualifizierte Zwischenrufe in Ruhe laufen können", meinte Oxonitsch.
Welterbekonforme Auflagen "nicht finanzierbar"
Laut der Mitteilung des Bauträgers wurde die Stadt Wien sowie der für das geplante Einkaufszentrum zuständige Projektpartner "Sonae Imobiliaria" am Freitag über den Rückzug informiert. Begründet wird dieser in erster Linie mit den Auflagen, die eine dem Weltkulturerbe konforme Umsetzung des Großprojektes mit sich gebracht hätte. Diese wären nicht finanzierbar gewesen, hieß es.
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