Mittwoch, 8. Jänner 2003

Graz startet in das Kulturhauptstadt-Jahr 2003

  • Start mit finanziellem Ächzen
  • Grazer Szene-Künstler zieht sich aus Projekt zurück

Mit der Aufführung von Beat Furrers "Begehren" startete am Donnerstag "Graz 2003" sein Programm. Die steirische Landeshauptstadt wird nun ein Jahr lang als "Kulturhauptstadt Europas" fungieren. Anders als viele ihre Vorgängerinnen muss sich die Stadt den Titel heuer mit niemandem teilen. Bereits zum Auftakt-Wochenende gibt es von einer Theateruraufführung von Henning Mankell über die Einweihung der Aufsehen erregenden neuen Murinsel bis hin zu einem japanischen Feuerwerk ein vielfältiges Programm.

Rund 100 Projekte mit mehr als 1.000 Einzelveranstaltungen werden über das ganze Jahr verteilt stattfinden. Zu den weiteren Höhepunkten zählt ein Gastspiel der Kirov-Oper im Februar sowie das ganzjährige Projekt "Dom im Berg", das sich mit den ganz persönlichen Erinnerungen der Bewohner beschäftigt. Im Herbst soll auch das neue Kunsthaus mit seiner spektakulären Architektur eröffnet werden.

Fanziell angespannt
Zur finanziellen Situation des Festivals, die medial auf Grund von weniger Zuschüssen und Sponsorgeldern als angespannt beschrieben worden ist, meinte Intendant Lorenz, "wir ächzen ein bisschen, aber wir werden das hinkriegen".

Insgesamt waren 57 Mio. Euro für das Programm geplant und dabei werde es auch bleiben, so Lorenz. Tatsächlich hätten einige Ausfälle an öffentlichen Mitteln - 3,6 Mio. weniger vom Bund, 0,5 weniger von der EU - sowie der Rückzug eines Sponsors dazu geführt, "dass wir uns an den Budgetnähten bewegen" - was aber aus der Sicht des Intendanten weder Krise noch Alarmstimmung, sondern "business as usual" bedeute. "Dass wir ein bisschen ächzen und stöhnen ist wahr", dennoch werde man im vorgesehenen Rahmen bleiben und schlimmstenfalls im Februar oder März zu entscheiden haben, "ob wir uns von ein, zwei oder drei Projekten verabschieden müssen".

Jörg Schick zieht sich zurück
Der Start erfolgte mit einem Misston, verursacht vom heimischen Szene-Künstler Jörg Schick. In einem Rundmail an Medien und Politikern kündigte Schlick - unter Beschimpfung von Intendant Wolfgang Lorenz - seinen Rückzug aus dem Skulpturenprojekt "Concret Art" an. Zu dessen Abgang meinte Lorenz, er sei konsterniert, dass ein Künstler, den er ihn ein Projekt hineinreklamiert habe, "nun auf mich losballert". Ihm sei nur bekannt, dass Schlicks Beitrag im Projekt "Concrete Art" die drei Mal so groß werden sollte wie ursprünglich geplant, was zur Problemen mit der Werkstatt Kollerschlag geführt habe.

8.1.2003 11:39