Italienische Investorengruppe will bei Fiat einstiegen
- Telecom-Manager will in kommenden Wochen Plan vorlegen
Eine italienische Investorengruppe unter Führung des ehemaligen Telecom Italia-Managers Roberto Colaninno will bei Fiat einsteigen. Dies hat Colaninno italienischen Medienberichten vom Samstag zufolge bestätigt. Er wolle in den kommenden Wochen dem Turiner Konzern einen Plan vorlegen, wie der schwer defizitären Autosparte aus der Krise geholfen werden solle, teilte Colaninno mit.
Pressebersichten zufolge strebt die Gruppe um Colaninno eine 30- prozentige Beteiligung an Fiat an. Damit würde sie die Fiat-Gründerfamilie Agnelli als größten Aktionär ablösen. Dies hatte der arg gebeutelten Fiat-Aktie zuletzt Auftrieb gegeben.
Fiat selbst hat auf den Vorstoß Colaninnos kühl reagiert. Es gebe zur Zeit nur einen mit der italienischen Regierung abgesprochenen Sanierungsplan für Fiat, teilte der Konzern mit. Der Schuldenabbau laufe besser als geplant, hieß es. Der von mehreren Banken unterstützte, aber von den Gewerkschaften heftig bekämpfte Sanierungsplan sieht die Kündigung von mehr als 8000 Arbeitnehmern sowie Werkschließungen vor. Zudem hat das Unternehmen, das sich in den vergangenen Jahren zu einem Mischkonzern mit Bankbeteiligungen und Versicherungen entwickelt hat, bereits begonnen, Beteiligungen abzugeben.
Unklar ist die künftige Rolle des US-Autokonzerns General Motors bei Fiat. Das Unternehmen aus Detroit hält 20 Prozent an Fiat. Zudem hat Fiat die Option, 2004 die gesamte Fiat-Autosparte an GM abzutreten. GM hat zuletzt signalisiert, dies verhindern zu wollen. Medienberichten zufolge soll der US-Konzern bereit sein, einen Milliardenbetrag zu zahlen, um die Übernahmeoption zu beseitigen. Die ebenfalls zum Fiat-Konzern gehörenden Automarken Lancia, Alfa Romeo, Ferrari und Maserati sind von der Option ausgenommen.
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