Sonntag, 5. Jänner 2003

Tampa Bay triumphierte bei XXXVII.Super Bowl

  • Oakland chancenlos; Verteidiger Dexter Jackson "MVP"
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Die beste Verteidigung triumphierte bei der XXXVII. Super Bowl über den stärksten Angriff. Die Defensivkünstler der Tampa Bay Buccaneers haben am Sonntag im 37. Endspiel der National Football League (NFL) die offensiven Oakland Raiders mit 48:21 (20:3) besiegt und somit erstmals die begehrte Vince-Lombardi-Trophy gewonnen. Knapp 70.000 Zuschauer im Qualcomm Stadium von San Diego und mehr als 800 Millionen Fans vor den Bildschirmen verfolgten das Super Bowl-Finale, in dem mit Dexter Jackson bezeichnenderweise ein "Bucs"-Verteidiger als "MVP" ausgezeichnet wurde.

Für den grandiosen Sieg des Teams aus Florida zeichnete vor allem dessen hochgelobte Defense-Reihe verantwortlich, die ihrem Ruf vollauf gerecht wurde. Die Abwehrrecken um den Spieler des Finales, Safety Jackson, ließen kaum einen gefährlichen Angriff der Raiders zu und erzielten zudem noch drei Touchdowns. Spielentscheidend war dabei das zweite Viertel, das die "Bucs" 17:0 gewannen, was eine Pausenführung von 20:3 ergab. Mike Alstott und Keenan McCardell erzielten dabei je einen Touchdown. Nach der Pause brachten erneut McCardell sowie Dwight Smith den Ball in die Endzone der Raiders zum Zwischenstand von 34:3.

Quarterback völlig von der Rolle
Von dem so starken Oakland-Angriff war im Finale nichts zu sehen. Quarterback Rich Gannon, in der Regular Season noch als wertvollster Spieler ausgezeichnet, war völlig von der Rolle und warf rekordverdächtige fünf Interceptions. In der ganzen Saison waren nur insgesamt zehn Würfe von Gannon beim Gegner gelandet. Der erste Touchdown gelang den Raiders überhaupt erst nach mehr als 42 Minuten durch Jerry Porter.

Blocked Punt Return Touchdown
Immerhin schaffte Raiders-Verteidiger Eric Johnson in der 46. Minute eine Rarität: Er erzielte einen Blocked Punt Return Touchdown (Touchdown nach geblocktem Abschlag des Gegners), den erst dritten in der Super Bowl-Geschichte. Auch Football-Legende und Raiders-Wide Receiver Jerry Rice hatte noch seinen Auftritt: "The Crazy Man" fing einen 48 Yard-Pass von Gannon und erzielte seinen 22. Playoff-Touchdown. Rice ist der erste 40-Jährige, der in der Super Bowl zu sehen war. Das alles war jedoch nur ein kurzes Strohfeuer der auch ein wenig von den Schiedsrichtern benachteiligten Kalifornier: Denn den Schlusspunkt setzten die "Bucs" mit zwei Touchdowns jeweils nach Interceptions durch Derrick Brooks und erneut Smith.

"Bucs"-Coach als Held
Einer der Super Bowl-Helden war jedoch nicht auf dem Feld, sondern an der Linie zu finden. "Bucs"-Coach Jon Gruden, der pikanterweise vor der Saison für acht Millionen Dollar (7,42 Mill. Euro) von Oakland zu Tampa Bay nach Florida gewechselt war, ist mit 39 Jahren der jüngste Coach eines Super Bowl-Siegers aller Zeiten. Der Besitzer der Buccaneers, Malcolm Glazer, wusste nach dem Spiel daher auch, bei wem er sich zu bedanken hatte. "Er kam vom Himmel und brachte uns den Himmel. Wir haben auf den richtigen Mann gewartet und er kam", so Glazer über Gruden.

"Eine ganz große Verteidigung"
Nach vier Jahren in Oakland konnte der profunde Kenner seines einstigen Teams natürlich auch eine perfekte Spieltaktik ausarbeiten. "Ich werde mich nicht dafür entschuldigen oder ob ich mit dem Wechsel irgendwelche Gefühle verletzt haben könnte. Ich bin einfach froh, dass ich hier bin", meinte der Tampa-Bay-Coach, der vor allem seine Verteidigung hervorhob: "Sie ist keine gute, sondern eine ganz große."

Viel Show
Ganz in amerikanischem Stil wurden die Pregame- und Halftime-Shows zelebriert: Carlos Santana brachte die Football-Fans vor dem Match in Stimmung, Celine Dion sang "God bless America" und The Dixie Chicks präsentierten die US-Hymne. Zur Pause sorgten Shania Twain sowie No Doubt für Schwung, und nach Spielende heizte Bon Jovi ein.

Ausschreitungen in Oakland
Während tausende jubilierende Buccanners-Fans in Tampa Bay und Umgebung auf den Straßen und Plätzen der Stadt den Triumph ihrer Mannschaft mit Feuerwerken, Hupkonzerten und dergleichen enthusiastisch feierten, kam es in Oakland zu einigen Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas ein, feuerte Gummigeschosse ab und nahm an die 25 oft betrunkene Personen fest, die Steine und Flaschen geworfen und Autos in Brand gesteckt hatten.

5.1.2003 10:56