Lazio Rom-Boss Cragnotti zurückgetreten
- Präsident gab nach Druck der Sanierungsbanken auf
- Ugo Longo ist neuer Interimschef

Lazio Rom-Präsident Sergio Cragnotti hat auf Druck der Gläubigerbanken endgültig aufgegeben. Nach elf Jahren an der Spitze des italienischen Fußball-Erstligisten trat Cragnotti am späten Freitagabend als Klubchef zurück und gab damit den Weg für das Sanierungskonzept des Bankenkonsortiums "Capitalia" frei.
Laut italienischen Fernsehberichten wollen die Banken nun zunächst die seit Sommer ausstehenden Spielergehälter zahlen, um den ablösefreien Wechsel aller Spieler zum Ende des Monats und damit die totale Pleite des Vereins zu verhindern.
Mit dem zahlungsunfähigen Lebensmittel-Multi-Unternehmer schieden auch seine Kinder Massimo und Elisabetta aus den Führungsgremien des mit insgesamt 192,9 Millionen Euro verschuldenten Traditionsklubs aus. Ugo Longo wurde als neuer Interimspräsident eingesetzt. Der Rechtsanwalt soll den UEFA-Cup-Bezwinger von Sturm Graz sanieren und ihn für den Verkauf vorbereiten. Die weiteren Mitglieder des Übergangsvorstands sollen am 8. Jänner bestellt werden.
Lazio-Trainer Roberto Mancini reagierte traurig auf Cragnottis Rückzug: "Mir tut das leid. Cragnotti war für mich und die gesamte Mannschaft wichtig. Er hat immer für das Wohl von Lazio gearbeitet." Unter Cragnotti stieß Lazio in den vergangenen Jahren in die europäische Spitzenklasse vor. 1999 gewannen die Römer den Europacup der Cupsieger, 2000 holte Lazio den italienischen Meistertitel. Cragnotti ging in die Geschichte ein, als er Lazio als ersten italienischen Verein an die Börse brachte.
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