Sonntag, 5. Jänner 2003

China gelang letzter Test vor bemanntem Raumflug

  • Kapsel gelandet

Nach einem sechstägigen Flug ist am Sonntag die chinesische Raumkapsel "Shenzhou IV" (Magisches Schiff) erfolgreich in der Inneren Mongolei in Nordchina gelandet. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Der bisher längste chinesische Raumflug galt als letzter Test für eine geplante bemannte Mission in der zweiten Hälfte dieses Jahres.

Damit wäre China nach den USA und Russland die dritte Nation der Erde, die Menschen ins All schicken kann. Der Vizedirektor der chinesischen Raumfahrtakademie, Guo Baozhu, sagte, zusätzlich zu dem geplanten bemannten Raumflug werde eine Erkundung des Mondes erwogen. Das Vorhaben werde derzeit noch geprüft und warte auf eine Billigung der Regierung, sagte der Vizedirektor laut Xinhua auf einer Raumfahrtkonferenz in Neu Delhi.

Bei dem Flug des Raumschiffes "Shenzhou IV", das die Erde seit vergangenen Montag umrundet hatte, haben nach offiziellen Angaben alle Systeme an Bord gut funktioniert. Auch sind eine Reihe von physikalischen, biologischen und biomedizinischen Experimenten vorgenommen worden. Die Kapsel sei vollständig für eine bemannte Mission ausgerüstet gewesen, berichtete Chefkonstrukteur Qi Faren.

Das Raumschiff ist eine Weiterentwicklung der sowjetischen Sojus-Technologie der achtziger Jahre. Nach den drei vorhergegangenen Raumflügen seit 1999 seien noch weitere Verbesserungen vorgenommen worden, berichtete Qi Faren. Es gebe acht Wege in bestimmten Phasen des Fluges, in denen Astronauten im Notfall entkommen könnten. Auch sei es ihnen an Bord bequemer gemacht worden.

Bei dem ersten bemannten Flug wird aller Voraussicht nach nur ein Astronaut die Erde umrunden. Wie früher bei den amerikanischen und sowjetischen Raumfahrtprogrammen sind die chinesischen "Taikonauten", wie die Astronauten nach dem chinesischen Wort für Weltall (Taikong) genannt werden, aus den Reihen erfahrener Luftwaffenpiloten rekrutiert worden.

5.1.2003 14:31