Sonntag, 5. Jänner 2003

EU-Kritiker Paksas wird neuer Präsident Litauens

  • Überraschende Niederlage für Amtsinhaber Adamkus

Der frühere Regierungschef Rolandas Paksas ist überraschend zum neuen Präsidenten Litauens gewählt worden. 54,9 Prozent der Wähler stimmten für Paksas, wie die Wahlkommission in der Nacht zum Montag in Vilnius mitteilte. Der als Favorit gehandelte bisherige Amtsinhaber Valdas Adamkus kam dem vorläufigen Endergebnis zufolge nur auf 45,1 Prozent der Stimmen. Der 46-jährige Paksas wird den baltischen Staat im nächsten Jahr in die EU und die NATO führen.

Er sei sich sicher, dass Paksas den eingeschlagenen Weg der Integration fortsetzen werde, sagte Adamkus im litauischen Fernsehen, als er seine Niederlage eingestand. Der 76-Jährige hatte in der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen die erforderliche absolute Mehrheit mit 35,1 Prozent unerwartet klar verfehlt. Dennoch galt er für die zweite Runde als sicherer Favorit. Er hatte die ehemalige Sowjetrepublik in Richtung Europäischer Union und NATO geführt. Paksas war in der ersten Runde nur auf 19,9 Prozent der Stimmen gekommen.

Er werde die Integration Litauens in die EU und die NATIO vorantreiben, sagte der designierte Staatschef am Wahlabend. Paksas hatte vor einem Jahr die Liberaldemokratische Partei gegründet. Er war zwei Mal Regierungschef und ebenfalls zwei Mal Bürgermeister der Hauptstadt Vilnius. Sein neues Amt wird er im Februar antreten.

Bei klirrender Kälte war die Beteiligung an der Stichwahl nur gering. Eine Stunde vor Schließung der Wahllokale um 19.00 Uhr hatten nur 48 Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben. Nach Einschätzung von Wahlbeobachtern nützte die geringe Beteiligung vor allem Paksas.

5.1.2003 08:41