Freitag, 3. Jänner 2003

Raelianer-Sekte sträubt sich: Kein Echtheitsbeweis

  • Angebliches 1. Klon-Baby wird nicht vorgestellt
  • Angeblich aus Angst vor Rechtsstreitigkeiten

Der Chef der Raelianer-Sekte, Claude Vorilhon alias Rael, hat einen Gentest bei dem angeblich ersten Klon-Baby abgelehnt. Wegen andauernder Rechtsstreitigkeiten im US-Bundesstaat Florida habe er die Chefin der Firma Clonaid, Brigitte Boisselier, zur Ablehnung jeglicher DNS-Überprüfungen an dem Kind angewiesen. "Klon" Nummer II soll unterdessen an diesem Wochenende in den Niederlanden geboren werden.

Mit der Weigerung soll, so Sekten-Boss Vorilhon, verhindert werden, dass der Aufenthaltsort des Mädchens Eve und seiner Eltern bekannt werde. Die Eltern des angeblichen geklonten Kindes, Vorilhon sowie Boisselier waren zuvor für den 22. Jänner vor ein Vormundschaftsgericht in Florida vorgeladen worden.

Klon II in den Niederlanden
Boisselier erklärte im belgischen Fernsehen, dass Eve II an diesem Wochenende in den Niederlanden zur Welt kommen soll. Ausgewählt wurde das Land der Grachten wegen seiner liberalen Gesetzgebung.

Kein Beweis für Klonierung
Die UFO-gläubige Raelianer-Sekte blieb den wissenschaftlichen Beweis, dass Eve tatsächlich geklont ist, damit schuldig. Ursprünglich hätte das Kind bereits am Dienstag von unabhängigen Wissenschaftern untersucht werden sollen.

Die Sekte glaubt, dass Klonen den Menschen das ewige Leben ermöglicht.

US-Behörden wollen Kind Eltern wegnehmen
Nach Angaben des französischen Rundfunks soll am 22. Jänner im US-Bundesstaat Florida über eine Vormundschaft für das Kind verhandelt werden. Dazu seien die Eltern und auch Boisselier geladen. Ein Anwalt aus Florida habe Anzeige erstattet. Er werfe der Sekte und den angeblichen Eltern gefährliche medizinische Experimente vor. Bei den Klonversuchen würden genetische Schäden bewusst in Kauf genommen.

Boisselier bestätigte, dass Beamte der Food and Drug Administration (FDA) in den USA mehrere Büros von Clonaid aufgesucht hätten, um Aufklärung über die Klon-Arbeiten zu erhalten. Auch in Südkorea habe die Polizei eine Filiale inspiziert. Die Clonaid-Chefin kündigte die Geburt eines zweiten angeblichen Klonbabys bis zum Wochenende in einem europäischen Land an, in dem die Überprüfungen weniger heikel seien. Bisher ist Clonaid jeden Beweis für die angeblichen Klon-Erfolge schuldig geblieben. Die Ankündigungen waren weltweit bei Wissenschaftlern auf erhebliche Zweifel und massive Kritik gestoßen.

2. Klon-Baby
In den kommenden Tagen soll nun ein zweites Klon-Baby geboren werden. Das Kind werde in einem europäischen Land erwartet, sagte die der UFO-gläubigen Raelianer-Sekte angehörende Wissenschaftlerin Brigitte Boisselier am Donnerstag dem französischen Fernsehsender France 2.

3.1.2003 12:38