Mehr als 1.000 Inselbewohner überlebten in Höhlen
- Chaotische Hilfe nach Wirbelsturm auf Salomonen
- Extrem schleppende Hilfe: 1 Schiff langsam, eines ändert Kurs
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Ausmaß der Sturm-Schäden unklar
Mehr als 1.000 Bewohner der von einem verheerenden Wirbelsturm heimgesuchten Salomoneninsel Tikopia in der Südpazifik haben die Verwüstung ihrer Heimat in Erdhöhlen überlebt. Laut einem Bericht einer australischen Zeitung sind die Insulaner in Höhlen geflüchtet, als der Zyklon "Zoe" am Samstag vergangener Woche mit mehr als 300 Stundenkilometern über die kleinen Inseln Tikopia und Anuta hinwegfegte.
Bis Freitag waren beide Inseln, auf denen insgesamt etwa 4.000 Menschen leben sollen, komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Die Region wurde von der Regierung der Salomoneninseln zum Katastrophengebiet erklärt.
Zeitung chartet Heli, weil Regierung nicht fliegt
"Ich hatte mich innerlich auf Leichenberge eingestellt, aber es liefen uns Hunderte von Menschen freudig entgegen", sagte Fotograf Geoff Mackley. Er war an Bord eines von der Zeitung gecharterten Hubschraubers, der am Freitag auf Tikopia landete. Das Schicksal der Menschen auf der Insel Anuta ist hingegen weiterhin ungewiss.
Keine echte Hilfe von Nachbarstaaten
Die Streitkräfte von Australien und Neuseeland zeigten sich am Schicksal der Menschen auf den Salomonen völlig desinteressiert und stellten nicht einmal einen Hubschrauber zur Verfügung. Auch sonst läuft die Hilfe extrem schleppend an. Die Tikopier können sich auf tatkräftige Unterstützung von außen also nicht verlassen.
Während der Sturm tobte, hatten sich die Bewohner dem Bericht zufolge in Höhlen versteckt. Diese hatten bereits ihre Vorfahren zu Sturmzeiten aufgesucht. Die gesamte Ernte und fast sämtliche Hütten seien zerstört worden, berichtete Mackley nach seinen Gesprächen.
Erstes Hilfs-Boot kommt Samstag Abend
Inzwischen wird das Patrouillenboot "Auki" mit Medizinern und Hilfsgütern im Katastrophengebiet erwartet. Das Boot hatte sich in der Nacht zum Freitag von der Salomonen-Hauptstadt Honiara auf die rund 1.000 Kilometer lange Reise begeben. Das Schiff fährt extra langsam, um Treibstoff zu sparen.
Forderungen der "Auki"-Crew, zumeist Polizisten von den Salomoneninseln, nach mehr Geld hatten die Abfahrt des von Australien finanzierten Schiffes verzögert, wie Diplomaten berichteten.
Arzt aus Österreich unter den Helfern
Unter den Helfern ist auch ein Arzt aus Österreich. Wie der ORF berichtete, leitet der Unfallchirurg Dr. Günter Kittel seit Jahren auf den salomonischen Inseln ein burgenländisches Hilfsprojekt. Er hoffe, am Sonntag im Katastrophengebiet anzukommen, sagte der Mediziner im ORF-Interview.
Seit dem Sturm ist auch der Kontakt zur Insel Mota Lava abgebrochen, die rund 200 Kilometer südwestlich von Tikopia liegt und zum Inselstaat Vanuatu gehört. Daher wurde am Freitag befürchtet, dass der Zyklon auch auf Mota Lava schwere Schäden angerichtet hat.
Die Regierung der Salomoneninseln stellte 200.000 US-Dollar (rund 193.000 Euro) Soforthilfe bereit, wie die Solomon Islands Broadcasting Corporation meldete. Allerdings ist der von bürgerkriegsähnlichen Konflikten gebeutelte Inselstaat nach Medienberichten fast bankrott und seit Jahren auf ausländische Hilfe angewiesen. Ein diplomatischer Vertreter der Inseln in Australien räumte ein, sein Land sei mit den logistischen und finanziellen Anforderungen, die eine solche Katastrophe stelle, überfordert.
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