Salomonen-Inseln: Ausmaß der Sturm-Schäden unklar
- Keine Hinweise auf Verletzte oder Todesopfer
Nach dem schweren Wirbelsturm im Südpazifik ist das Schicksal Tausender Bewohner dreier kleiner Inseln der Salomonen-Gruppe weiter unklar. Die Zahl der Opfer und die Schäden seien aber offenbar nicht so groß wie zunächst befürchtet, sagte ein Sprecher der australischen Hilfsorganisation AusAID am Donnerstag.
Ein Flugzeug der australischen Luftwaffe sei über fünf Inseln der Gruppe geflogen, über die der Wirbelsturm "Zoe" am Sonntag hinweggerast sei, sagte AusAID-Sprecher, Alan March, in der australischen Hauptstadt Canberra. Die Besatzung der Maschine habe von Schäden an Häusern, Feldern und Gärten berichtet.
Es gebe aber vorerst keine Hinweise auf Verletzte oder Todesopfer unter den rund 3.700 Einwohnern der betroffenen Inseln. Eine Landung war nicht möglich, weil es auf den Inseln keine Landebahnen gibt.
Nach Einschätzung von AusAID sei zu diesem Zeitpunkt keine Notversorgung über die Luft nötig, sagte March. Von der Hauptstadt Honiara aus solle am Freitag ein Schiff mit Hilfsmitteln für bis zu 700 Familien auf die zwei bis drei Tage dauernde Fahrt zu den Inseln auslaufen.
Betroffen von dem Zyklon waren auch die noch kleineren vulkanischen Inseln Fataka und Anuta. Die aus 2.000 Eilanden bestehende Inselgruppe der Solomon Islands liegt rund 1.000 Kilometer südöstlich von Honiara und 1700 Kilometer nordöstlich von Australien. Seit dem Sturm sind alle Telefonverbindungen zu den Inseln abgerissen.
Dass es schwere Verwüstungen gab, geht aus dem Bericht und aus Luftaufnahmen des freien Fotografen und Filmemachers Geoff Mackley hervor, der als erster am Neujahrstag die winzige Inselgruppe in einer privaten Cessna überflog und die Einschätzung der Schäden am Mittwoch auf seiner Internet-Seite (http://www.geoffmackley.com) veröffentlichte. Mackley vermutet, dass es allein auf der Insel Tikopia, wo rund 2.000 Menschen leben, mehr als 1.000 Tote gegeben haben könnte.
Der Zyklon mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern in der Stunde habe praktisch alle Bäume auf der nur rund fünf Kilometer großen Insel umgeknickt und zerfetzt, die gesamte Vegetation dort sei praktisch weggefegt worden, alle Häuser schienen zerstört zu sein, heißt es in dem Bericht. Flutwellen seien durch einige Orte mit massiver Wucht hindurch gerollt. Wenn die Zahl der Opfer nicht extrem hoch sei, "dann käme dies einem Wunder gleich", berichtete Mackley.
Der AusAID-Sprecher sagte, es gebe auf den Inseln traditionelle Schutzvorrichtungen gegen Wirbelstürme. Die Besatzung des australischen Militärflugzeuges habe aus einer Überflughöhe von 500 Metern zwar Zerstörungen an Häusern und Gärten gesehen, aber auch viele Inselbewohner, die ihren üblichen Alltagsbeschäftigungen - Fischen und Gartenarbeit - nachgegangen seien. Einige hätten dem Flugzeug sogar fröhlich zugewinkt.
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