Friedliche Neujahrsfeiern in Europas Hauptstädten
- Rund eine Million in Berlin
- In Madrid Protest wegen "Prestige"-Unfall
In ganz Europa haben in den Hauptstädten Millionen Menschen friedlich das Neue Jahr begrüßt. In Paris feierten rund eine halbe Million Franzosen und Touristen aus aller Welt auf dem festlich erleuchteten Champs-Elysees und der restlichen Innenstadt mit Champagner und Feuerwerk in das neue Jahr 2003. In Berlin versammelten sich unter dem Schein unzähliger Feuerwerke nach Polizeiangaben mehr als eine Million Menschen. Nennenswerte Zwischenfälle gab es bei den Feierlichkeiten keine.
Für die Sicherheit sorgten in Paris 7.000 Polizeibeamte. Erstmals verkehrte die Metro die ganze Nacht kostenlos, um Autofahrer zum Umsteigen zu bewegen. In Straßburg, wo in der Neujahrsnacht 2001/2002 über 40 Autos angezündet wurden, gingen diesmal nach Polizeiangaben "nur" vier Fahrzeuge in Flammen auf. Im gesamten Elsass waren es bisher etwa zehn Fahrzeuge.
Berlin
In Berlin stiegen 1.800 Raketen binnen zehn Minuten zu Orchesterklängen in den sternenklaren Himmel über der Hauptstadt auf, dazu klirrten Kälte und Sektgläser. Auf Grund des enormen Zuschauerandrangs hatte die Polizei der Zugang zum Pariser Platz unmittelbar vor dem Brandenburger Tor gesperrt. Die Berliner Feuerwehr zählte bis zum frühen Morgen in der Silvesternacht knapp 1.000 Einsätze. Gröbere Vorkommnisse waren jedoch keine dabei.
München
In München versammelten sich Tausende Schaulustige am Friedensengel, auf der Leopoldstraße und auf dem Olympiaberg, um das farbenfrohe Spektakel am Himmel über der bayerischen Landeshauptstadt zu verfolgen. Bundesweit schossen die Deutschen zum Jahreswechsel nach Schätzungen der pyrotechnischen Industrie für rund 100 Millionen Euro Silvesterböller und Raketen in die Luft.
London
In London feierten wie gewohnt ebenfalls Tausende von Menschen den Jahreswechsel in der Innenstadt. Im schottischen Edinburgh versammelten sich die Bewohner zum traditionellen Neujahrsfest Hogmanay. Hogmanay ist für die Schotten das wichtigste Fest des Jahres und steht in seiner Bedeutung noch vor Weihnachten.
Spanien
Die Neujahrsfeierlichkeiten in Spanien waren teilweise durch die von dem Tanker "Prestige" verursachte Ölpest an der Atlantikküste getrübt. In Muxia, einem der am meisten betroffenen Fischerdörfer an der spanischen "Todesküste", organisierte ein privater Fernsehsender eine Silvesterparty mit nationalen Popstars, die landesweit live übertragen wurde. In Madrid läutete die Turmuhr an der Puerta del Sol, dem Sonnentor, für ganz Spanien das Neue Jahr ein. Tausende Menschen versammelten sich auf dem Platz im Zentrum der Hauptstadt. Viele von ihnen trugen aus Protest gegen das Krisenmanagement der Regierung bei der "Prestige"-Katastrophe Transparente mit der Aufschrift "Nie wieder".
Belgrad
In Belgrad bescherte heftiger Regen tausenden Menschen einen feuchten Jahresanfang. Bei zahlreichen Freiluftkonzerten bekamen die Menschen in der jugoslawischen Hauptstadt am Silvesterabend nasse Füße. In Sofia tanzte die Menschenmenge bei ungewöhnlich mildem Wetter mit Temperaturen über Null Grad und ohne Schnee zu Folk- und Pop-Songs bekannter bulgarischer Bands.
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