Donnerstag, 2. Jänner 2003

Österreicher sammelten 2002 mehr Altpapier

  • 509.000 Tonnen: Jährliche Zuwachsrate nimmt aber ab
  • ARO senkt Tarife für Entsorgung von Papierverpackungen

Im vergangenen Jahr 2002 haben österreichische Haushalte mehr Altpapier gesammelt als in den Jahren davor: Insgesamt 509.000 Tonnen Altpapier landeten in den österreichweit 649.000 Sammelbehältern, teilte die für die Sammlung zuständige Altpapier-Recycling Organisationsgesellschaft m.b.H. (ARO) mit. Das ist um 0,6 Prozent mehr als im Jahr 2001.

Die Zunahme hat sich damit gegenüber den Jahren davor verlangsamt. Zwischen 1997 und 2000 lagen die jährlichen Steigerungsraten zwischen 4,7 und 6,4 Prozent. Pro Kopf wurden im Jahr 2002 62,6 Kilo Altpapier gesammelt.

Laut ARO-Geschäftsführer Werner Knausz hat das geringere Wirtschaftswachstum in den vergangenen beiden Jahren zu einer Abschwächung der Jahressteigerungen beigetragen. Die 2004 in Kraft tretende Deponieverordnung sollte aber dazu beitragen, dass die Sammelmenge dann wieder kräftiger steigen sollte, erwartet er. Das Sammeln von immer mehr Altpapier sei möglich geworden, weil Sammelsysteme gemeinsam mit den Kommunen verbessert wurden und auch die Entleerungszyklen auf den regionalen Bedarf abgestimmt worden seien.

Die eifrigsten Sammler waren im abgelaufenen Jahr die Vorarlberger und die Wiener, die pro Kopf 76,5 bzw. 74,1 Kilo in die dafür vorgesehenen Behälter entsorgten. Noch knapp über dem Landesdurchschnitt liegen die Bundesländer Steiermark (67,4 kg) und Burgenland (63,4 kg), während Tirol (52,1 kg pro Kopf), Oberösterreich (54) und Salzburg (55,5) am Schluss der Liste stehen.

Diese Aufstellung lasse aber keine Rückschlüsse auf das Umweltbewusstsein der Bevölkerung zu, unterstrich der ARO-Geschäftsführer. In Wien etwa werde Altpapier zum Teil auch über die Haushaltssammlung entsorgt. Auch der Tourismus beeinflusse die Sammelmengen.

85 Prozent der gesammelten Menge verteilen sich auf Zeitungen, Zeitschriften, Werbedrucksorten und Kataloge, knapp 15 Prozent entfallen auf Papierverpackungen. Mehr als 85 Prozent aller Verpackungen aus Papier, Karton, Pappe und Wellpappe werden laut ARo gesammelt und in heimischen Papierfabriken wiederverwertet.

Mit Jahresbeginn 2003 senkt die ARO die Tarife für die Entsorgung von Papierverpackungen. Konkret sinken die Lizenztarife gegenüber 2002 um 13 Prozent. Die Sammlung und Verwertung von Verkaufsverpackungen aus Papier, Karton, Pappe und Wellpappe kosten damit 130 Euro je Tonne, für Transportverpackungen sind 55 Euro je Tonne zu behalten. Im Jahr 2000 betrugen die Kosten dafür noch 203 bzw. 87 Euro je Tonne. Die Einsparungen bedeuteten jährliche Einsparungen von 14 Mio. Euro jährlich für Wirtschaft und Konsumenten, rechnet ARO vor.

Die günstigeren Tarife sind laut Knausz Ausdruck einer kontinuierlichen Verbesserung der Sammel- und Verwertungssysteme, die in Zusammenarbeit mit den Kommunen erreicht worden sei. Mit der Volumensentwicklung bestehe kein Zusammenhang.

2.1.2003 13:42