Montag, 30. Dezember 2002

Opernball-Moderatorin Arabella Kiesbauer

Mit „Starmania“ feiert Arabella Kiesbauer Quotenerfolge. Der Weg nach oben, die Schicksalsschläge. Und: wer ihr privat zur Seite steht.

In den vergangenen Jahren kommentierte sie die Ballroben der Prominenz nur im privaten Talk via „Standleitung“ mit Mama Hannelore. Heuer darf ihr zu diesem Thema kein unfreundliches Wort entfahren; doch der Umstand ist verschmerzbar: Arabella Kiesbauer, 33, dringt in die Spitzenposition des heimischen Society-Geschäfts vor – sie moderiert für den ORF die Live-Übertragung des Opernballs.

Vor dem Kasten wird nach wie vor Mama Kiesbauer verharren, allerdings unter verschärftem Erregungsaufkommen. Die auch im deutschen Fernsehwesen unter „Arabella“ geläufige Wienerin mit ghanesischer Gen-Beimengung aber hat es damit von der Trash- in die Nobelklasse geschafft: „Ich fühle mich zutiefst geehrt.“ Ihre Qualifikation, die Mitbewerberinnen wie Claudia Stöckl oder Danielle Spera aus dem Dreivierteltakt brachte, kann sie klar benennen: „Ich habe im Beruf sehr viele Situationen erlebt, die eigentlich unvorhersehbar waren. Ich bin dann nicht so emotional, kann klar denken.“

Karrierekicks und -knicks
Heute kümmert sich Manager Christian Seidel um die Planung, doch begonnen hat alles spontan. 1988 wurde Arabella Kiesbauer, damals 19, aus einer Wiener Bar von einem ORF-Scout für das Jugendmagazin „X-Large“ geheuert. Arabella: „Vieles ist mir einfach passiert.“ Nach bescheidenen Auswucherungen ins Internationale – etwa die Moderation der 3sat-Städtereise „InterCity“ – langte Pro 7 zu und holte sie nach München. Die Abendsendung „Rund um Hollywood“ verlief tauglich. Und so war Arabella anno 1994 auf einmal Gesicht und Name einer eigenen Talkshow. Das Trash-Geplauder „Arabella“ für Nachmittagskonsumenten, die nicht unbedingt Hochschulabschluss nachweisen müssen, wird noch heute Tag für Tag in Gebrauch genommen. 2.000 Sendungen zu nachvollziehbaren Themen wie „Was ich an mir nicht leiden kann“ sind absolviert. In den Hauptabend schaffte sie es nur kurz und un-ter schmerzhaften Rückstufungen ins Nachmittagsprogramm: „Arabella Night“ (1996), „Arabella sucht“ (2000), „Mars & Venus“ (2002) scheiterten an der Quote.

Zuletzt drohte sie gar mit Kündigung: Wegen des nicht immer elektrisierenden Gästeaufkommens wollte man ihr Schauspieler als getürkte Talk-Kandidaten in die Show schummeln. Nach monatelangen Diskussionen einigte man sich. Arabella bleibt die einzige Nachmittags-Talkerin ohne Fake-Amateure.

Autorin: Daniela Bardel

Mehr über Arabella erfahren Sie im neuen NEWS.

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    30.12.2002 16:12