Montag, 30. Dezember 2002

Österreichs Hoffnungen für die Ski-Weltmeisterschaft

Von Skikaiser Stephan Eberharter bis Slalom-
Comebacker Mario Matt, von Speed Queen Michaela Dorfmeister bis Jungstar Nicole Hosp: NEWS präsentiert Österreichs heißeste Eisen für den Showdown in der Schweiz.

Das Therapieprogramm hat Stephan Eberharter mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks durchgezogen. Fünf Stunden täglich, sieben Tage die Woche. Und fast hatte schon den Anschein, als wäre dem Gesamtweltcupsieger seine verletzungsbedingte Wettkampfpause gar nicht ungelegen gekommen. "Wer weiß wofür der Sturz gut war", stellt er im Nachhinein ironisch fest.

Gold zum Abschluss
Ausgeruht, neu motiviert und die Akkus aufgeladen, so startet Eberharter zum Countdown für den Saisonhöhepunkt, die Ski-WM St. Moritz (1. bis 16. Februar). Sein Plan: mit zumindest einer Goldmedaille noch einmal Skigeschichte schreiben, um langsam, aber doch den Abgang aus dem Weltcupzirkus einzuläuten. Zwölf Jahre nach dem legendären Doppelschlag bei der Heim-WM inSaalbach würde sich für "Steff" der Kreis schließen. Als fünffacher Saisonsieger braucht sich Eberharter keinen unnötigen Stress machen, denn das WMTicket für St. Moritz hat der Zillertaler fix in der Tasche. Er wird in Abfahrt, Super-G und im Riesentorlauf starten. Und: Er ist drauf und dran, sich bei den Titelkämpfen zum absoluten Topstar zu mausern. Mit den Pistenverhältnissen im Schweizer Nobelskiort ist Eberharter bestens vertraut. Das hat er bei der WMGeneralprobe im Februar 2002 eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Sie stand ganz im Zeichen des Tirolers: Doppelsieg in Abfahrt und Riesentorlauf. Ganz so locker können Eberharters Teamkollegen das "Unternehmen WM" nicht angehen. Im Unterschied zum Weltcup dürfen bei einer Weltmeisterschaft nur vier Läufer pro Nation in einer Disziplin an denStart gehen. Dazu kommen die jeweiligen Titelverteidiger. Was das Austro-Skiteam bei Groß veranstaltungen immer wieder in ein Dilemma stürzt - und ÖSVAlpindirektor Hans Pum, der den WM-Kader erstellt, wiederholt zu unpopulären Entscheidungen zwingt: "Natürlich blutet mir das Herz, wenn ich einen potenziellen Weltmeister zuhause lassen muss."

Quali-Mühle
Fest steht: Die Aufstellung wird bis zuletzt offen sein, denn zu dicht ist das rotweißrote Feld der möglichen Goldkandidaten. Eberharter hat in der bisherigen Saison für die Siege gesorgt, seine Teamkollegen aber für zahlreiche Podestplätze. Bis Weihnachten hatten Österreichs Skiherren von 36 möglichen Stockerlplätzen 20 eingestreift. Im Schatten von Eberharters Dominanz haben sich Läufer wie Andreas Schifferer und Josef Strobl nach längerenlängeren Durststrecken eindrucksvoll zurückgemeldet. Junge Talente wie Abfahrtsrambo Klaus Kröll und Hannes Reichelt haben gezeigt, ass auch mit ihnen zu rechnen ist. Nach jeweils zweiten Plätzen haben sich beide für die WM aufgedrängt. Und: Mit großer Spannung wird auch das Comeback von Mario Matt nach seiner Schulterverletzung erwartet. Als aktueller Weltmeister bleibt ihm wenigstens der Quali-Stress erspart. Fünf Slaloms stehen bis zur WM noch auf dem Weltcupkalender. Matt: "Das müsste reichen, um zu wissen, wo ich wirklich stehe. Aber das Skifahren hab ich sicher nicht verlernt. Natürlich ist es mein ganz großes Ziel, Weltmeister zu bleiben."

Autor:Walter Unterweger

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS.

Außerdem:

  • Ski Live - von Armin Assinger
  • Interview mit Alpinchef Hans Pum über Maier und WM

    30.12.2002 16:03