Montag, 30. Dezember 2002

Tokioter Börse schließt 2002 auf 20-Jahretief

  • Irak, Nordkorea, hohe Ölpreise & fester Yen belasten Nikkei
  • Jahresverlust 19 Prozent

Die Börse Tokio hat am letzten Handelstag des ausgehenden Jahres erneut schwächer geschlossen. Händler führten den Kursrückgang vor allem auf die Kriegsängste und anziehende Ölpreise zurück. Der Nikkei-Index der 225 führenden Unternehmen sank 1,55 Prozent oder 135,10 Punkte auf 8.578,95 Zähler. Dies ist der tiefste Jahresendstand seit 1982.

In 2002 verlor der Nikkei-Index 19 Prozent. Der breit gefasste TOPIX-Index schwächte sich um 0,70 Prozent ab auf 843,29 Punkte. Im Jahresvergleich ergibt sich für den TOPIX ein Minus von 18 Prozent.

Krisenherde beeinflussten Nikkei
"Irak, Nordkorea, steigende Ölpreise und der feste Yen ... da ist nichts, das zu Gunsten japanischer Aktien arbeitet", sagte Koichi Ogawa von Daiwa SB Securities. Er erwarte erst gegen Mitte 2003 wieder fallende Ölpreise und steigende Aktien.

Bei einer raschen Beilegung eines Kriegs gegen Irak dürfte der US-Aktienmarkt zweistellig zulegen. Dies würde wohl auch Japans Aktien beflügeln, hieß es. Zunächst könnte der Nikkei am Jahresanfang aber auch noch unter die Marke von 8.000 Punkten fallen.

Kaum rosige Aussichten für Japans Wirtschaft
Die Aussichten für die japanische Wirtschaft seien auch für 2003 nicht sehr optimistisch. So fielen die am vergangenen Freitag veröffentlichten Daten zur Industrieproduktion viel schlechter aus als erwartet. Dies habe die Befürchtungen vor einem neuerlichen Rückschlag verstärkt.

Exporteure wie der Reifenhersteller Bridgestone litten abgesehen vom starken Yen und der schwachen Wirtschaft auch darunter, dass der Ölpreis auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren notiert. Bridgestone sank über vier Prozent.

Auch die Aktien des Unterhaltungselektronik-Giganten Sony büßten zwei und die ebenfalls stark auf den US-Markt ausgerichteten Honda Motor rund ein Prozent ein.

Die Titel von Japans führendem Ölproduzenten Arabian Oil Co sprangen mehr als zehn Prozent nach oben auf 669 Yen. Das Unternehmen hat einen neuen Vertrag mit Kuwait unterzeichnet und ersetzt dadurch eine auslaufende 40-Jahre-Kozession. Arabian Oil ist einer der wenigen Profiteure steigender Ölpreise. In den vergangenen zwei Wochen legte die Aktie rund 33 Prozent zu.

Die Aktien der beiden größten Einzelhandelskonzerne Aeon Corp und Ito-Yokado Co gaben dagegen nach.

30.12.2002 09:08