Montag, 30. Dezember 2002

Euro übertrifft Schilling bei Fälschungen

  • Neue Währung für Kriminelle attraktiver
  • PLUS: Ein Jahr Euro - die Bilanz

Seit nahezu einem Jahr gibt es den Euro in Österreich und über 2.400 Fälschungen sind bisher aus dem Umlauf in Österreich gezogen worden. Zudem hat die Exekutive bis Ende Oktober 1.358 Euro-Falsifikate beschlagnahmt, bevor sie in den Zahlungsverkehr gelangten. Im Vergleich zum Schilling und dem Jahr 2001 bedeutet dies eine Steigerung.

Im Vorjahr wurden 1.323 gefälschte Schillingnoten aus dem Umlauf gezogen und 904 vor der Ausgabe beschlagnahmt. Stefan Augustin, Abteilungsleiter der Banknoten- und Münzkasse der Nationalbank: "Die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Der Euro ist attraktiver für Fälscher. Deren Ziel ist es, eine Währung anzugreifen, die in einem großen Absatzgebiet anzutreffen ist." Insgesamt - also inklusive aller anderen beschlagnahmten Valuten - ist allerdings ein Rückgang gegenüber 2001 zu verzeichnen.

Laut Erich Zwettler vom Bundeskriminalamt (BK) war vor allem zu Beginn dieses Jahres das Fälschungsaufkommen sehr gering. Im Sommer - der Ferienzeit - habe man einen Anstieg verzeichnet, nun sei der Trend wieder leicht rückläufig.

Die meisten Fälschungen gab es in Wien
Weitere Trends: Beim Auftreten der Falsifikate war ein sehr starkes Ost-West-Gefälle zu verzeichnen, die meisten Fälschungen gab es in Wien, gefolgt von Niederösterreich. "Die Falsifikate stammen zum Großteil aus den osteuropäischen Staaten", betonte Zwettler. Auch die Verteiler würden aus diesen Ländern kommen. Zudem seien Einkaufszentren wie die Shopping City Süd (SCS) mittlerweile weit über die Landesgrenzen bekannt.

Fälscherattacken gibt es vor allem im Handel zu den Haupteinkaufszeiten, und da werden bevorzugt Geschäfte heimgesucht, in denen in kurzer Zeit viele Kunden bedient werden. Als Beispiele nannte Zwettler Trafiken, aber auch Taxis. Bevorzugte Fälschungsobjekte waren bisher mit großem Abstand der Fünfziger und der Hunderter.

Die Experten appellierten an die Bevölkerung, sich mit den Sicherheitsmerkmalen des Euro vertraut zu machen. Am besten gehe man dabei nach dem Motto "Fühlen - Sehen - Kippen" vor. Der "echte" Euro sei durch die besondere Struktur ertastbar. Gegen das Licht betrachtet sind drei Wasserzeichen sowie der Sicherheitsstreifen erkennbar. Ebenfalls bei einer guten Lichtquelle wird der Kippeffekt sichtbar. Die Wertbezeichnung ändert beim Kippen der Note ihre Farbe von Rot auf Grün.

30.12.2002 09:01