Toni Polsters berufliche Zukunft derzeit noch ungewiss
- Bisher nur von Mönchengladbach konkretes Angebot
- Kontakte mit 1. FC Köln und Austria Wien
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Wie zu seinen besten Zeiten als Aktiver ist Toni Polster auch nach Ende seiner Karriere in der Fußball-Szene ein gefragter Mann. Nicht nur in Deutschland, sondern jüngst auch in Österreich. Polster arbeitet seit zwei Jahren mit Erfolg in der Marketing-Abteilung von Borussia Mönchengladbach. Doch dort läuft sein Vertrag im Sommer aus und so setzte schon jetzt ein Wettlauf um "Toni Doppelpack" ein. Am Bökelberg will man Polster halten, der 1. FC Köln möchte ihn ebenfalls haben und Austria Wien zeigt auch großes Interesse.
Polsters berufliche Zukunft ist derzeit aber noch völlig ungewiss. Der Wiener, der die Feiertage samt Familie in seiner Heimatstadt verbracht hatte und im Rahmen des T-Mobile-Hallencups in der Stadthalle die Oldies seiner Austria im ISS-Legenden-Turnier verstärkt, erklärte gegenüber der APA den aktuellen Stand der Dinge. "Ein konkretes Angebot habe ich bisher nur von Gladbach bekommen. Gemeinsam mit meinem Berater Skender Fani habe ich mit den Borussen auch schon geredet", sagte Polster, der sich mit den "Mönchen" nochmals zusammensetzen wird.
Polster-Comeback in Köln?
Der Ex-Topstürmer, der zwischen 1982 und 2000 in 95 Länderspielen insgesamt 44 Tore erzielt und damit aktueller ÖFB-Rekordschütze ist, stellt jedoch auch für den 1. FC Köln ein Objekt der Begierde dar. "Der FC möchte mich unbedingt zurück haben", so Polster, der von den "Geißböcken" aber nichts Näheres weiß. Ihm liege bisher "keine Job-Beschreibung - wie, was, wann, wo - vor. In der Dom-Stadt am Rhein schätzen die Klubverantwortlichen des Zweitligisten, der als Tabellenführer vor der Rückkehr in die DFB-Bundesliga steht, die Chance auf ein Polster-Engagement mit 50:50 ein.
Polster freut sich
Und last but not least wäre da noch "seine" Wiener Austria. Polster, der am 10. März seinen 39. Geburtstag feiert, wurde Ende 2002 vom Austro-Kanadier Frank Stronach kontaktiert. "Ja, er hat mich angerufen, sich über meine Lage erkundigt und wir haben ausgemacht, dass noch im Jänner über Details geredet wird", sagte Polster, der sich über das "Griß" um seine Person freut. Das mache ihn unheimlich stolz und zeuge von guter Arbeit, die er in Gladbach geleistet habe. "Er hat bewiesen, dass er Sponsoren auftreiben kann. Austria darf und soll auch nicht nur von Magna leben", meinte dazu Austrias Vize-Präsident Andreas Rudas und bestätigte damit das Interesse.
Keine Frist gesetzt
Laut "Golster" hat Mönchengladbach ein Offert samt finanzieller Ausstattung unterbreitet, die Kölner haben auf Polsters Anfrage noch keine näheren Details und keine Antwort folgen lassen und das "Verhältnis" mit der Austria hat noch nicht das Stadium der Idee verlassen. "Ich habe mir keine Frist gesetzt und lasse mir nach allen Seiten alles offen. Aber meine Entscheidung wird sicherlich nicht nur vom finanziellen Aspekt abhängen, ein Paket muss als Ganzes passen", skizziert Polster seine Vorstellungen für die Zukunft.
Mit Freunden nach dem Match auf ein Bier
Ob er nach 15 Jahren im Ausland in seine Heimat zurückkehrt, steht noch in den Sternen. Als "Austrianer" präsentierte er sich bereits am Donnerstagabend in der Wr. Stadthalle im ISS-Legenden-Turnier. Die Schussstiefel hatte der Stürmer jedoch vorerst in der Kabine gelassen. Beim 3:1-Sieg der Veilchen gegen Vienna ging er als Torschütze leer aus, weil "ich zu wenig eigensinnig war." Tore hat er sich für das Finale am Samstag gegen Rapid aufgehoben. "Die Kulisse und das Spiel werden toll und nachher gehe ich mit meinen alten Freunden auf ein Bier", freut sich Polster.
Die Kraft für den ewig jungen Schlager tankte der Wiener am Freitagabend im Marchfelderhof, wo er anlässlich seiner "2222 Tage Präsidentschaft" beim unterklassigen deutschen Klub SV Weiden geladen hatte. Der ÖFB-Rekordtorschütze spielte mit kurzer Unterbrechung (Frühjahr 1982 Simmering) von 1973 bis 1987 für die Austria und stellte mit 39 Treffern auch einen Klubrekord auf. Danach ging's nach Italien (AC Torino), Spanien (FC Sevilla, CD Logrones und Rayo Vallecano) sowie Deutschland, wo er von 1993 bis 1998 sowie von 1998 bis 1999 für den 1. FC Köln bzw. Gladbach stürmte. Im Frühjahr 2000 ließ er in Salzburg seine aktive Karriere ausklingen.
