Montag, 30. Dezember 2002

KTM-Armada peilt bei 25. Dakar Rallye Hattrick an

  • Härtetest führt diesmal über 8.852 km
  • Comeback von VW mit Kleinschmidt

184 Motorräder, 133 Autos und 51 LKW nehmen am Mittwoch die 25. Rallye Dakar in Angriff. Die Jubiläumsauflage des Wüstenklassikers führt heuer von Marseille über 8.852 km, davon 5.216 auf Sonderprüfungen, nach Sharm El Sheikh in Ägypten, wo am 19. Jänner die Sieger eintreffen. Aus österreichischer Sicht gilt das Hauptaugenmerk natürlich der KTM-Armada, die heuer den dritten Motorrad-Gesamtsieg in Serie anpeilt.

"Diese Rallye weckt in allen Fahrern den Siegeswillen! Sie zu gewinnen ist oberstes Ziel", betont KTM-Teammanager Heinz Kinigadner, der in seiner aktiven Zeit auf KTM zwar zwei Mal Motocross-Weltmeister in der Klasse bis 250 ccm geworden war, doch beim Dakar-Klassiker bei sieben Versuchen (zuletzt 2000) nie das Ziel erreicht hatte.

Meoni wieder Topfavorit
Doch seit der Tiroler Teammanager beim Werksteam aus Mattighofen ist, hat KTM das Wüstenspektakel nach Belieben dominiert. Nach dem historischen Premierentriumph 2001, der Italiener Fabrizio Meoni hatte damals einen KTM-Fünffachsieg angeführt, belegte der oberösterreichische Zweirad-Hersteller 2002 gleich die ersten zehn Plätze in der Endwertung, wobei Meoni seinen Titel erfolgreich verteidigte. Und auch diesmal ist Meoni mit seiner KTM 950 Rally Topfavorit.

Viel Sand und schnelle Pisten
"Die Route führt von Marseille runter nach Valencia, dann mit der Fähre nach Tunis. Tunesien ist wahrscheinlich das einzige afrikanische Land, dessen Wüste die gesamte Fahrerelite wie ihre Westentasche kennt", erklärt "Kini" zur großteils neuen Streckenführung 2003. "Weiter geht es durch Libyen bis zum neuen Ziel in Ägypten. Den Reiz der geänderten Route machen der viele Sand und die schnellen Pisten aus, was für die Zweizylinder-Fahrer einen Vorteil bringt."

Comeback von VW
Bei den Autos fuhr zuletzt Mitsubishi ähnlich wie KTM die Konkurrenz in Grund und Boden, wobei die Pajero-Armada vom Japaner Hiroshi Masuoka angeführt wurde. Mit großer Spannung wird das Comeback von VW erwartet. Mit ihrem Start bei der Rallye Dakar kehren die Wolfsburger am Neujahrstag mit drei "Tarek"-Diesel-Buggys nach zwölf Jahren in den Rallye-Sport zurück. Viel Ehrgeiz steckt in dem Dakar-Projekt von Volkswagen, denn das Abenteuer soll keine einmalige Sache bleiben, sondern die Basis für spätere Einsätze in der Marathon-WM mit dem neuen "Touareg" sein.

Für einen gelungenen VW-Einstand bei dem schwersten und längsten Motorsport-Wettbewerb der Welt soll vor allem "Dakar-Queen" Jutta Kleinschmidt sorgen. Die in Köln geborene Wahl-Monegassin schrieb 2001 im Mitsubishi Pajero ein Stück Dakar-Geschichte. Sie gewann als erste Frau den Wüsten-Klassiker.

Beginn eines Projekts
An den zweiten Dakar-Sieg von VW nach 1980, als Freddy Kottulinsky im Iltis die zweite Auflage der Wüsten-Rallye gewonnen hatte, denkt man in Wolfsburg aber nicht. Der neue VW-Sportchef Rudolf-Helmut Strozyk gibt für die Dakar-Premiere seines Teams nur Durchhalteparolen aus. "Die Dakar wird ein Intensivkurs für eine Mannschaft, die ihrerseits eine Marathon-Premiere erlebt. Es ist eine Übung, der Beginn eines auf mehrere Jahre angelegten Projekts", betont Strozyk.

Auch Kleinschmidt stapelte trotz ausgezeichneter Tests mit dem 218 PS starken Tarek in Marokko vor ihrer insgesamt 13. Dakar-Teilnahme tief: "Gegen die Favoriten haben wir keine Chancen, aber ich hoffe schon, dass wir 'Best of the rest' sein können."

30.12.2002 09:58