Wetter-Bilanz - 2002 war warm, sehr nass und sonnig
- Hochwassergebiete erlebten das niederschlagsreichste Jahr
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Österreich war im abgelaufenen Jahr mit überdurchschnittlich viel Sonne verwöhnt. In die Annalen eingehen wird 2002 aber vor allem wegen der Hochwasserkatastrophe, die weite Teile des Landes im August heimgesucht hat.
"Eine äußerst warme erste Jahreshälfte und ein besonders warmer November sowie einige teils katastrophale Niederschlagereignisse bis August sowie niederschlagsreiches Wetter in den letzten Monaten des Jahres waren die auffälligsten Eigenschaften des Wetters", bilanzierte Helmut Derka von der Klimaabteilung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik heute, Montag.
Die Jahressummen des Niederschlages lagen nur in Teilen Tirols und Vorarlbergs sowie in Unterkärnten und in der südlichen Steiermark um den Normalwert, im Südburgenland mit etwa 80 Prozent sogar knapp darunter. Überall sonst war 2002 niederschlagsreich.
Die Hochwasserkatastrophengebiete an der oberösterreichischen Donau sowie im Mühl- und Waldviertel weisen mit 150 bis 180 Prozent des Erwartungswertes die größten Relativmengen auf. Sonst wurden 110 bis 150 Prozent erreicht.
Linz, Freistadt und Zwettl, Zentren des Hochwasserkatastrophe im August 2002, erlebten jeweils das seit Messbeginn niederschlagsreichste Jahr. In Freistadt wurden bis Montag 1.235 mm Niederschlag gezählt, die bisherige Höchstmarke aus dem Jahre 1966 betrug 948 mm. Um 142 mm übertroffen wurde der alte Rekord in Linz (1.145 statt 1.003 mm 1966). Zwettl verzeichnet bis jetzt 1.026 mm, der frühere Höchstwert von 848 mm stammt hier aus 1996.
Die Jahresmittel der Lufttemperatur liegen beträchtlich über dem langjährigen Durchschnitt, in großen Teilen des Landes um ein bis 1,5 Grad Celsius. Für einige Orte, besonders im Süden und Osten, ergibt sich aus den vorläufigen Daten, dass nur 1994 und/oder 2000 höhere Temperatur-Jahresmittel aufwiesen.
So wird das Jahresmittel von Wien-Hohe Warte voraussichtlich 11,4 Grad C betragen, 1994 und 2000 lag es jeweils bei 11,8 Grad. In Klagenfurt wird das Jahresmittel von 1994 (9,7 Grad C) mit voraussichtlich 9,6 Grad knapp verfehlt werden. Übertroffen werden die Mittel der warmen Jahre 1994 und 2000 wahrscheinlich in Innsbruck.
Höchstwert: 36,8° Celsius
Der Höchstwert wurde am 23. Juni in Leibnitz mit 36,8 Grad C erreicht. Der Tiefstwert für Talstationen stammt vom 4. Jänner aus Lunz am See mit minus 23,9 Grad C.
Sonniger Frühling und Frühsommer: Alle Landeshauptstädte melden mehr oder weniger "übernormale" Jahressummen der Sonnenstunden. Die relativen Jahreswerte reichen von 104 Prozent der Normalmenge (1.775 statt normal 1.707 Stunden) in Salzburg bis 113 Prozent (1.997 statt 1.771 Stunden) in Wien.
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