TUI veräußert Energiesparte an Gaz de France
- Preis knapp eine Mrd. Euro
- TUI will Schulden abbauen
Für fast eine Mrd. Euro verkauft der Reisekonzern TUI seine Energiesparte an den französischen Versorger Gaz de France. Wie beide Unternehmen am Freitag übereinstimmend in Paris und Hannover mitteilten, geht es vor allem um Erdölvorkommen in Norddeutschland von 50 Millionen Barrel und 25 Milliarden Kubikmeter Erdgas.
Außerdem gehen vielfältige Beteiligungen der TUI-Tochter Preussag Energie an Netzen und Gasspeichern an Gaz de France, wie es hieß. Allein die Erdölvorkommen sind nach aktuellen Preisen 1,5 Mrd. Euro wert.
Nach Angaben der TUI hat die verkaufte Sparte Preussag Energie etwa 700 Mitarbeiter, die 2001 rund 540 Mio. Euro erwirtschaftet haben. Die Ölförderung betrug 2001 etwa 3,3 Millionen Tonnen und 1,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas. An Gaz de France wurde nur das inländische Geschäft verkauft. Für Aktivitäten in Tunesien, Südamerika und Neuseeland werden noch Käufer gesucht, wie es hieß. Das Geschäft muss noch vom TUI-Aufsichtsrat und dem Kartellamt genehmigt werden.
TUI setzt mit dem Geschäft sein Desinvestitionsprogramm fort, nachdem vor wenigen Tagen erst 19.000 Wohnungen in Salzgitter verkauft worden waren. Die Verkäufe sind Teil des von Konzernchef Michael Frenzel betriebenen Umstrukturierungsprogramms, das den früheren Mischkonzern Preussag zu einem nahezu reinen Reiseunternehmen machen soll. Im dritten Quartal lagen die im Zuge des Zukaufs von Touristikbeteiligungen aufgelaufenen Konzernschulden bei 4,8 Mrd. Euro. Diese Schulden sollen nun mit den Beteiligungsverkäufen weiter abgetragen werden. Die nun verkaufte Energiesparte war außerordentlich ertragsstark. Als letzte große nicht-touristische Beteiligung bei der TUI gilt nun die Reederei Hapag-Lloyd mit mehreren Logistik-Töchtern.
Gaz de France ist nach eigenen Angaben eines der führenden Erdgasunternehmen in Europa und setzte 2001 mit 36.000 Beschäftigten 14,4 Mrd. Euro um. Mit dem Zukauf der Preussag Energie steigert Gaz de France seine Erdgasproduktion nach eigenen Angaben um 50 Prozent auf 4,6 Milliarden Kubikmeter.
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