Freitag, 27. Dezember 2002

Deutscher Einzelhandel erwartet 2003 weitere Einbußen

  • Preise bleiben unter Druck

Der deutsche Einzelhandel blickt pessimistisch in die Zukunft. Der Präsident des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hermann Franzen, sagte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP: "Wir erwarten 2003 keinen Umsatzzuwachs, sondern müssen mit einem weiteren Rückgang im Vergleich zu dem bereits sehr niedrigen Niveau dieses Jahres rechnen." Diese Jahr war laut Franzen von der Umsatzentwicklung her das schlechteste der Nachkriegszeit. Aber auch 2003 werde wohl noch einmal ein Umsatzminus von 0,5 Prozent bringen.

Diese Entwicklung wird für den Kunden nach den Worten von Franzen auch gute Seiten haben: "Das wird zur Folge haben, dass der Wettbewerb noch härter wird. Und das wird - für die Verbraucher - einen günstigen Einfluss auf die Preise haben." Schon im laufenden Jahr habe es viele Rabatte gegeben, und diese Entwicklung werde sich fortsetzen.

Der Stellenabbau und das Firmensterben werden nach Einschätzung des HDE-Präsidenten weitergehen. 2002 seien etwa 30.000 Arbeitsplätze im Einzelhandel weggefallen, 8.000 Einzelhändler hätten Insolvenz angemeldet. "Ich denke im nächsten Jahr wird es eine ähnliche Entwicklung geben", sagte Franzen.

Auch das Weihnachtsgeschäft habe die Hoffnungen nicht erfüllt. "Die Leute wollen gerne kaufen, sich und den andern eine Freude machen, aber sie halten sich doch in der Höhe der Ausgaben zurück", sagte Franzen. Schuld an der Konsumflaute seien die wachsende Abgabenbelastung der Bürger - etwa bei Rentenversicherung und Krankenkassen, aber auch die Steuererhöhungen. Es fehle außerdem an dem Vertrauen in eine prosperierende Zukunft.

27.12.2002 13:05