Donnerstag, 26. Dezember 2002

Euro-Kurs weiterhin über 1,04 Dollar

  • Anstieg gegen Dollar seit Februar um 17 Prozent
  • Dollars werden laut Händlern "nur so rausgeschmissen"

Der Euro hatte über die Weihnachtsfeiertage den höchsten Stand seit rund drei Jahren erreicht. Mittlerweile musste der Euro zwar leichte Verluste hinnehmen, der Euro-Kurs ist aber auch am Montagmorgen nicht unter die Marke von 1,04 US-Dollar gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete in Frankfurt mit 1,0428 Dollar etwas weniger als zum Freitagsschluss. Die US-Währung war damit 0,9585 Euro wert.

Der Euro hatte am späten Freitagnachmittag die Marke von 1,04 Dollar überschritten, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) zuvor den Referenzkurs noch auf 1,0376 (Montag: 1,0282) Dollar festgesetzt hatte.

Händler begründeten die Kursentwicklung weiterhin mit der Schwäche des Dollar angesichts der andauernden Angst vor einem Krieg gegen Irak und dem Atomprogramm Nordkoreas.

Marktbeobachter erwarten nun den Test der Marke bei 1,0450 Dollar, nachdem der Widerstand bei 1,0415 überwunden wurde. Der immer wahrscheinlicher werdende Krieg gegen den Irak setze die US-Währung weiter unter Druck, heißt es. "Die Dollars werden nur so rausgeschmissen", berichtet ein Händler. Die US-Währung notiere im Vergleich zu allen anderen wichtigen Währungen schwächer.

Dollar gilt nicht mehr als sicherer Anlagehafen
Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 gelte der Dollar nicht mehr als sicherer Anlagehafen, begründeten Händler die Dollarverkäufe. Auch wenn der Euro einen Teil der Gewinne wieder abgeben musste, seien angesichts der Angst vor kriegerischen Auseinandersetzungen im Irak weitere Verluste des Dollar möglich, hieß es. Marktbeobachter erwarten nun den Test der Marke bei 1,045 Dollar, nachdem der Widerstand bei 1,0415 überwunden wurde. Als nächstes winke dann die Marke von 1,06 Dollar, sagte ein Händler der National Australia Bank.

Aus charttechnischer Sicht sei der Euro zwar überkauft, aber der Aufwärtstrend werde sich in dieser Zeit kaum ändern. Nur wenn der für den Nachmittag erwartete Chicago-Einkaufsmanagerindex besser als prognostiziert ausfalle, könne der Euro etwas leichter notieren.

Der aktuelle Kurs-Stand macht zum einen den USA-Urlaub für die Europäer günstiger, zum anderen verschlechtern sich aber die Exportchancen der Unternehmen in der Euro-Zone: Ihre Produkte werden für Importeure in den USA teurer. Als Ursachen der jüngsten Euro-Aufwertung nannten Devisenhändler die Spannungen zwischen den USA und Irak sowie die Wiederaufnahme des Atomprogramms in Nordkorea.

26.12.2002 21:04