Dienstag, 24. Dezember 2002

Ankerbrot hofft auf Aufschub bei Darlehenstilgung

  • Atypisch stille Gesellschafter sollen Geld zwei Jahre länger im Unternehmen lassen

Der deutsche Eigentümer des Wiener Backwarenunternehmens Ankerbrot, Müller Brot, hat dessen rund 400 Investoren ersucht, ein heuer fälliges Darlehen von 1,5 Mio. Euro sowie eine im kommenden Jahr 2003 fällige Darlehenssumme von 3 Mio. Euro für zwei Jahre zu verschieben. Dies berichtet der "Kurier" in seiner Ausgabe von morgen, Dienstag. Insgesamt hätten atypisch stille Gesellschafter über ein Verlustbeteiligungsmodell der Investmentfirma Kapital & Wert 9,5 Mio. Euro in Ankerbrot eingebracht.

"Wir ersuchen die Investoren, das Geld im Unternehmen zu lassen, damit wir es für Marketingmaßnahmen im Jahr 2003 verwenden können", zitiert das Blatt Müller Brot-Finanzchef Wolfgang Olschowy. Als Anreiz bietet Olschowy dem Bericht zufolge eine Verzinsung von 4 statt bisher 2,5 Prozent an.

"Weigert sich ein Investor, könnte er aber dennoch Probleme haben, das Geld zurück zu bekommen", schreibt der "Kurier". Kapital & Wert habe im Anlageprospekt darauf aufmerksam gemacht, dass das Geld - als Eigenkapital ersetzendes Darlehen - auch verloren gehen könne, wenn die Sanierung von Ankerbrot nicht gelinge. Mit den Banken werde ebenfalls um den Aufschub einer Kreditrückzahlung von 4,5 Mio. Euro verhandelt.

Der Verlust von Ankerbrot lag 2001 bei 11 Mio. Euro. Heuer soll der Verlust "um einen siebenstelligen Betrag geringer ausfallen", so Olschowy laut "Kurier". 2003 soll, "wenn alles optimal umgesetzt werden kann", eine schwarze Null in der Gewinnzeile stehen. Der Umsatz von Ankerbrot werde heuer "gewollt" (Olschowy) von 160 auf 150 Mio. Euro fallen. Das Filialnetz sei um 90 unrentable Standorte auf 207 Geschäfte reduziert worden.

Etwa 700.000 Euro erspare sich Ankerbrot heuer durch einen einmaligen Verzicht der meisten Mitarbeiter auf Teile der Überzahlung, berichtet der "Kurier" weiter. Die selbe Summe erspare sich Ankerbrot durch einen KV-Abschluss "um die Inflationsrate (1,7 Prozent, Anm.)". Die gewerblichen Bäcker hätten bei 2,2 Prozent abgeschlossen. Das Geld werde in eine "Erfrischung" der Marke investiert.

24.12.2002 12:00