Kriegsangst belastet Dollar - Euro um 1,03 Dollar
- Händler sehen "keinen guten Grund" Dollar zu kaufen
Der Dollar hat am Montag im feiertagsbedingt umsatzschwachen internationalen Devisenhandel weiter an Wert verloren. Händler begründeten die Verkäufe mit der zunehmenden Angst vor einem Krieg am Golf. Der Euro stieg mit Handelsbeginn in London um etwa einen halben US-Cent auf rund 1,0310 Dollar.
Zum Schweizer Franken, der als sicherer Anlagenhafen in politisch unsicheren Zeiten gilt, und zum Yen geriet die US-Devise noch deutlicher unter Druck. Erstmals seit 2-1/2 Jahren fiel der Dollar unter 1,42 Schweizer Franken, dem niedrigsten Stand seit Februar 1999. Zum Yen rutschte er unter 120 Yen von 120,37 Yen zum US-Handelsschluss am Freitag.
Der Dollar setze lediglich seine Talfahrt der Vorwoche fort, erklärten Händler. Wirklich neue Faktoren gebe es nicht. "Die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten haben das ausgelöst, und es gibt keinen guten Grund, Dollar zu kaufen", begründete ein Händler. Die USA werfen Irak vor, gegen die UNO-Abrüstungsresolution zu verstoßen, was die Kriegswahrscheinlichkeit am Golf erhöht. Wochenendzeitungen waren voll von Berichten, wonach die USA und Großbritannien bereits eine Invasion Iraks vorbereiten. An den Finanzmärkten fürchten viele Marktteilnehmer, dass der Krieg auch die US-Wirtschaft belasten wird. Daher hat der Dollar seit Monaten gegenüber dem Euro kontinuierlich an Wert verloren, ohne dass von einer Euro-Stärke die Rede sein könnte.
Der Handel in Fernost war wegen eines Feiertags in Tokio (Kaisers Geburtstag) sehr umsatzschwach. Viele Marktteilnehmer dürften sich zudem mit Blick auf die Weihnachtspause in Europa und den USA zurückhalten. Am Freitag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Euro-Referenzkurs mit 1,0255 Dollar festgelegt.
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