Montag, 23. Dezember 2002

Volkswirte: Euro wird 2003 weiter an Stärke gewinnen

  • Dollar-Schwäche als Grund genannt

Der Euro wird nach Angaben von Experten im kommenden Jahr weiter an Stärke gewinnen. Die Volkswirte verschiedener Banken rechnen mit Wechselkursen zwischen 1,05 Dollar und 1,10 Dollar, wie eine Umfrage der "Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe) ergab. Die Wirtschaftsfachleute begründeten ihre Einschätzung mehrheitlich weniger mit der Stärke der europäischen Wirtschaft als vielmehr mit der Schwäche des US-Dollar. Der Euro hatte auch im Jahr 2002 kräftig zugelegt; er notierte zuletzt bei rund 1,02 Dollar.

Joachim Fels von Morgan Stanley sieht den Euro Ende kommenden Jahres bei 1,08 Dollar. Aber auch ein Kurs von deutlich über 1,10 Dollar würde ihn nicht wundern. Auch Thomas Mayer von der Deutschen Bank rechnet nach Angaben der Zeitung mit einem Kurs von 1,08 Dollar und einer Aufwertung auch gegenüber anderen Währungen. Dies sei aber nicht auf die Attraktivität des Euro, sondern die mangelnde Attraktivität anderer Währungen zurückzuführen. Michael Heise von der Allianz-Dresdner-Gruppe sieht dagegen den Euro weniger stark - und nur in der Nähe der Parität zum Dollar. Seiner Ansicht nach halten sich die Belastungen im Euro-Raum - wie die mangelnden Strukturreformen - und die Defizite im Budget und in der Leistungsbilanz der Amerikaner die Waage.

23.12.2002 10:07