AK Benzinpreisanalyse: Kein Wettbewerb im Westen
- Billige Preise in Wien, hohe im Westen Österreichs
- Günstig bis sehr teuer in Ost- und Mittelösterreich
Wien ist Billig-Tank-Land, in Westösterreich sind die Benzinpreise saftig, in Ost- und Mittelösterreich sehr unterschiedlich. Das zeigt die bundesweite AK Benzinpreisanalyse. AK Energieexpertin Gunda Kirchner schlussfolgert: In Wien gibt es viele Diskonter. Das hat sich positiv für die Konsumenten ausgewirkt, denn die Multis dürften sich mit den Diskontern konkurrenzieren. Im Westen hingegen können die Tankstellen ihre Preise hoch halten, da Deutschland teurer und die Schweiz kaum billiger ist. Kirchner plädiert in Hinblick auf die steigenden Rohölpreise: Erhöhungen in der Ferienreisezeit nicht an Konsumenten weitergeben.
In Westösterreich gibt es keinen Wettbewerb zwischen den Tankstellen, in Ostösterreich schon und auch das Preisniveau ist niedriger. Die Preisunterschiede bei Diesel zwischen dem billigsten Bundesland Wien und den teuersten Bundesländern (Vorarlberg, Tirol) betragen 10,9 Cent pro Liter, bei Eurosuper 8,8 Cent pro Liter. Im wettbewerbsfreudigen Wien kostet Diesel 0,680 Euro und Eurosuper 0,840 Euro pro Liter.
In Tirol und Vorarlberg haben die Tankstellen also saftige Preise: Im Schnitt verlangen diese Tankstellen für einen Liter Eurosuper 0,928 Euro. Diesel kostet im Schnitt 0,789 Euro in Vorarlberg und 0,775 Euro in Tirol. Tanktourismus lohnt sich nicht: Denn in Deutschland ist es noch teurer: Wer über Vorarlberg nach Deutschland fährt, zahlt im Nachbarland für Eurosuper mehr als einen Euro und für Diesel 80 bis 85 Cent pro Liter. Damit müssen Autofahrer auch rechnen, wenn sie übers Deutsche Eck oder über Reutte (Tirol) nach Deutschland wollen.
Im Vergleich zur letzten AK Erhebung im September sind die Treibstoffpreise Anfang Dezember leicht zurückgegangen. Auch die Rohölnotierungen waren Anfang Dezember rückläufig. Im Gegensatz zur letzten Analyse zeigt sich, dass die Preise im Westen Österreichs mehr oder weniger auf hohem Niveau festgefahren sind. Teurer geworden sind Diesel und Eurosuper in Ostkärnten, im burgenländischen Bezirk Oberwart, in Hartberg (Stmk), Tulln (NÖ) und im Bezirk Urfahr-Umgebung in Oberösterreich.
Weniger zahlen Konsumenten in Ostösterreich, der Obersteiermark, Westkärnten und im Bundesland Salzburg. Im September war Wien bei den Benzinpreisen geteilt: Im Norden war es teuer, im Süden billiger. Anfang Dezember können Konsumenten in der gesamten Bundeshauptstadt billig tanken - der Wettbewerb funktioniert.
Derzeit klettern die Rohölnotierungen wieder hinauf. Gerade jetzt, wo die Ferienreisezeit beginnt, sollen die Tankstellen die Preiserhöhungen nicht an die Konsumenten weitergeben, plädiert Kirchner. Ein Preisvergleich lohnt sich jedenfalls. Wer nach Deutschland oder in die Schweiz fährt, kann ruhig in Österreich seinen Tank auffüllen. Wer nach Italien reist, soll noch vor dem Grenzübergang in Kärnten, also in den Bezirken Spittal an der Drau, Hermagor oder Villach, tanken.
Die AK hat vom 4. bis 6. Dezember 1.602 Tankstellen in ganz Österreich überprüft.
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