Berger lässt sich Hintertür für F1-Comeback offen
- "Vielleicht sogar bei BMW. Angebote gab es einige"
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Gut zwölf Stunden nach seinem angekündigten Rückzug aus der Formel 1 hat BMW-Motorsport-Direktor Gerhard Berger in Melbourne zu seiner Entscheidung ausführlich Stellung genommen. Der Tiroler will sich ja bis zum Auslaufen seines Vertrages Ende September Schritt für Schritt aus dem Tagesgeschäft zurückziehen. Doch Berger ließ sich eine Hintertüre offen. "Ich glaube, dass es nach einem gewissen Zeitraum ohne weiteres auch wieder sein kann, dass ich wieder auftauche in der Szene. Vielleicht sogar bei BMW oder vielleicht auch ganz woanders. Motorsport ist meine Welt."
Lob für den 43-Jährigen gab es auch von der Konkurrenz. "Bei BMW hat er einen sehr guten Job gemacht", sagte Mercedes-Motorsport-Chef Norbert Haug. Berger will nun alles ganz locker angehen und in Ruhe schauen, was die Zeit so bringt. "Angebote gab es einige."
Berger gegen neue Serie
Auch BMW versuchte, die Galionsfigur im Boot zu halten. Trotzdem übte Berger auch Kritik an seinem Arbeitgeber, der zusammen mit den anderen europäischen Hersteller Mercedes, Ford, Renault und Fiat im Jahr 2008 eine eigene Rennserie gründen will. "Das ist ein absoluter Blödsinn. Diejenigen, die glauben, sie könnten so eine Serie aus dem Boden stampfen, die kennen das Geschäft zu wenig oder sie leben in einer Traumwelt."
Zuversicht für neue Saison
Für die nun beginnende Saison traut Berger seinem Team trotz der Pannen mit dem neu konzipierten Formel-1-Wagen während der Tests vor dem Saisonauftakt am Sonntag beim Großen Preis von Australien viel zu. "Unser Ziel, Ferrari einzuholen, können wir schon heuer schaffen. Ich würde da noch nicht die Flinte ins Korn werfen."
Kooperation BMW-Williams wird wohl fortgesetzt
Es deutet übrigens alles darauf hin, dass BMW mit Williams auch nach Auslaufen des Vertrages Ende 2004 kooperiert. Zwar erklärte BMW-Motorsport-Direktor Mario Theissen, dass die Entscheidung über eine Verlängerung des Kontrakts noch nicht gefallen sei, doch Berger selbst verriet den Trend.
Durch den Bau eines eigenen Rennwagens hätte der Münchner Konzern seine Gedankenspiele sehr wohl beeinflussen können. "Vom Reiz her wäre es schwer abzulehnen gewesen. Aber die Frage hat sich nicht gestellt", sagte Berger. Auch Ralf Schumacher glaubt: "Wenn BMW es alleine gemacht hätte, wäre es etwas Anderes gewesen für ihn." Auch Theissen kündigte schließlich eine Klarheit binnen der nächsten zwei Monate an: "Es wird nicht mehr allzu lange dauern."
