Montag, 23. Dezember 2002

Ski alpin: Positive Zwischen-Bilanz von Toni Giger

  • Damen-Chef Mandl mit Super G-Ergebnissen nicht zufrieden

27 Bewerbe (13 bei den Herren, 14 bei den Damen) wurden bisher im alpinen Skiweltcup absolviert und 31 Mal standen ÖSV-Läufer(innen) auf dem Stockerl. Vier von ihnen auf der obersten Stufe. Stephan Eberharter war mit vier Erfolgen (Abfahrt 3, Super G 1) der Dominator bei den Herren. Neben ihm trugen sich noch Rainer Schönfelder (Slalom Park City) bzw. Nicole Hosp (RTL Sölden) und zuletzt Michaela Dorfmeister (Abfahrt Lenzerheide) in die Siegerlisten ein.

Angesichts von 20 Stockerlplätzen bei den Herren (6-7-7) gegenüber 11 bei den Damen (2-2-7) liegt es auf der Hand, dass Herren-Cheftrainer Toni Giger um einiges zufriedener ist als Damen-Chef Herbert Mandl. "Im Slalom und Riesentorlauf sind wir ein großes Stück vorwärts gekommen, da stimmt die Richtung, wie die Ergebnisse von Hosp, Egger, Truppe und Berger zeigen. Auch in der Abfahrt gibt es eine Aufwärtstendenz. Nicht zufrieden bin ich mit dem Super G, in dem es bisher nur einen dritten Platz gegeben hat. Da fehlt ein Sieg", lautet die vorweihnachtliche Zwischenbilanz des Niederösterreichers.

"Total positiv" beurteilt hingegen Toni Giger trotz des Ausfalls von Stephan Eberharter (er will am Heiligen Abend erstmals wieder Skifahren) den bisherigen Saisonverlauf bei den Herren. Er verweist dabei auf die dominierende Position im Nationencup sowie darauf, dass Eberharter trotz seiner aktuellen Zwangspause angesichts seines klaren Vorsprungs auf Bode Miller als Leader des Gesamtweltcups ins Jahr 2003 zieht. "Das ist ein Zeichen für gute Arbeit", sagt Giger, der auch noch andere Faktoren zufrieden stimmen. So freute er sich mit Leuten wie Werner Franz und Josef Strobl, die nach schweren Knieverletzungen wieder den Anschluss an die Spitze gefunden und zuletzt bei der extrem schnellen Abfahrt in Gröden gute Figur gemacht haben.

Und auch mit etlichen nachdrängenden Talenten, die einmal in die Fußstapfen von Maier, Eberharter, Schifferer treten sollen (Giger: "So ein außergewöhnliches Team ist nicht leicht zu ersetzen") hat der Chefcoach seine Freude. Schließlich sind etliche von ihnen (Reichelt, Pranger, Buder etc.) bereits unter die Top Ten gebraust. "Das ist ein erfreulicher Aspekt", so Giger, den auch das jüngste Ergebnis der Europacup-Abbfahrt in Laax (Plätze eins bis fünf an die ÖSV-Läufer Holzknecht, Roland Assinger, Görgl, Streitberger, Grugger) zuversichtlich stimmt. "Da muss einem nicht bange sein, was da nach kommt."

Die Nominierung der Mannschaften für die WM im Februar in St. Moritz beschäftigt die Chef-Coaches derzeit nicht sonderlich. "Die Leute stellen sich mit ihren Leistungen ja ohnehin selbst auf", sagen beide. Klar ist wie immer, dass man mit einem Podestplatz eine exzellente Chance auf einen Startplatz hat und dass aufsteigende Form im Jänner auch ein wesentliches Kriterum darstellt. Auch wenn eine offizielle Entscheidung weiter auf sich warten lässt, ist Hermann Maier wohl für die WM kein Thema. Eine Anmerkung von Giger unterstreicht wohl diese Vermutung: "Ich treffe ihn heute bei einer Autogrammstunde in St. Pölten."

23.12.2002 11:57