Sven Hannawald gewinnt Tournee-Auftakt in Oberstdorf
- Martin Höllwarth Zweiter, Janne Ahonen Dritter
- Fünf Österreicher unter Top-15
·ERGEBNISSE
Der Endstand der 51. Springertournee
·M. Höllwarth
Mein Ziel ist der Tourneegesamtsieg
·Vor Tournee
ÖSV-Adler: 4 Siege in acht Springen
·Starke 'Adler'
Intern. Konkurrenz wird nervös
·Die 4 Schanzen
Technische Daten: K-Punkt, Rekord...
Sven Hannawald bleibt der "Hero" der Vierschanzen-Tournee. Der 28-jährige Deutsche, der bei der Jubiläums-Tournee als Erster überhaupt den für unmöglich gehaltenen "Grand Slam" geschafft hatte, verlängerte seine Siegesserie. Mit 125,5 und 119 Metern gewann "Hanni" am Sonntag das Auftaktspringen der 51. Tournee in Oberstdorf mit 5,4 Zählern Vorsprung auf Österreichs Weltcupleader Martin Höllwarth. Der Tiroler landete wie im Vorjahr auf Rang zwei und verteidigte damit auch sein Gelbes Trikot. Die Deutschen sind indes in Oberstdorf nun schon fünf Jahre en suite ungeschlagen.
Kann denn Hannawald sein Husarenstück aus dem Vorjahr gar wiederholen, waren die ersten Fragen an den Mannschafts-Olympiasieger, doch der überlässt diese Spekulationen einmal mehr den Journalisten. "Jeder Tag ist ein neues Glück. Ich kann das ganz gut einschätzen. Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, dass es hier so gut gelaufen ist, aber Garmisch ist wieder ein neuer Wettkampf", meinte Hannawald, dessen Jubelszenen im Schattenberg-Stadion ein Spiegelbild des Vorjahrs waren. Fünf Siege en suite: In der Geschichte der Vierschanzen-Tournee hat es das bisher erst ein Mal gegeben. 1957/58 hatte Helmut Recknagel (DDR) in Innsbruck und Bischofshofen und 1958/59 die ersten drei Tournee-Springen für sich entschieden.
Höllwarth blieb dem deutschen Tournee-Überflieger, der erst in Engelberg gerade rechtzeitig zu seiner Tourneeform gefunden hatte, im Hinblick auf die Gesamtwertung aber auf den Fersen. "Nach der Trainingsleistung bin ich mit dem zweiten Platz mehr als zufrieden. Ich habe mir brutal schwer getan, um mich auf den Radius dieser Schanze einzustellen", meinte Höllwarth. Er habe deshalb einen Kompromiss gesucht und sei "nicht volle Attacke gesprungen". In Richtung Garmisch-Partenkirchen blickt er zuversichtlich. "Garmisch kommt mir sehr entgegen, im Vorjahr hab ich dort zu viel gewollt, doch jetzt bin ich cooler geworden."
Von den insgesamt acht Österreichern im Tournee-Kader hatte ja Mathias Hafele die Qualifikation verpasst und Martin Koch schied als 48. im K.o.-Durchgang aus. Die Enttäuschung aus ÖSV-Sicht war aber wohl der nur 28. Rang von Andreas Widhölzl, der schon im ersten k.o.-Durchgang nur hauchdünn mit 0,4 Zählern Vorsprung weiter gekommen war. Mit 109 und 105 Metern ist er bei wechselnden Windbedingungen natürlich aus dem Favoritenkreis gefallen. "Ich habe zwei schlechte Sprünge gemacht und weiß nicht warum", meinte der bisher letzte österreichische Tournee-Sieger im Auslauf. "Ich bin hier nie so richtig ins Fliegen gekommen." Die Enttäuschung war trotzdem weniger groß als erwartet. "In Titisee-Neustadt (ein Mal nicht qualifiziert-Anm.) war es schlimmer. Hier in Oberstdorf war ich ja leider schon ein paar Mal in der Situation." Widhölzl will sich aber nicht unterkriegen lassen, denn "ich hab nicht für einen 30. Platz trainiert".
Auch Andi Goldberger blieb mit Rang 14 etwas unter den Erwartungen. "Meine Sprünge waren eigentlich gut, aber leider habe ich es blöd erwischt mit dem Wind. Da verliert man hier schnell einmal zehn Meter", meinte der 30-Jährige. Umso erfreulicher die drei Jungen, die allesamt bei ihrem ersten Tournee-Springen in den Top Ten landeten. Mit einem 120-m-Flug verbesserte sich Andreas Kofler vom elften noch auf den hervorragenden fünften Platz. Ganz ausgezeichnet verlief auch das Weltcup-Debüt des erst 16-jährigen Thomas Morgenstern. Im direkten K.o.-Duell mit Höllwarth sprang er sensationell sogar einen halben Meter weiter als sein erfahrener Kollege, der nur dank besserer Noten direkt aufstieg.
Doch Morgenstern konnte mit 123 Metern sicher sein, als Lucky Loser weiterzukommen. "Ich war vor dem ersten Sprung eigentlich nervöser als vor dem zweiten", sagte der noch etwas schüchterne Kärntner nach einem aus seiner Sicht nicht ganz gelungenem 110-m-Sprung im zweiten Versuch. Mit Rang neun beim ersten Weltcup-Auftritt und das bei einem Saisonhöhepunkt war der jüngste Tournee-Teilnehmer freilich trotzdem hochzufrieden. Ebenso wie auch der 1,94-m-Lackel Florian Liegl, der unmittelbar hinter Morgenstern für den vierten Top-Ten-Platz der Österreicher sorgte.
Nach den schwachen Trainingsleistungen und auch den wenig Mut machenden Sprüngen am Sonntag im Probedurchgang haben sich die ÖSV-Athleten im Großen und Ganzen zur rechten Zeit doch noch gewaltig gesteigert.
| Ergebnis K-115-Skispringen Oberstdorf | |||
| 1. | Sven Hannawald | GER | 263,1 (125,5/119,0) |
| 2. | Martin Höllwarth | AUT | 257,7 (122,5/119,0) |
| 3. | Janne Ahonen | FIN | 257,5 (124,0/118,5) |
| 4. | Martin Schmitt | GER | 252,5 (121,0/119,0) |
| 5. | Andreas Kofler | AUT | 245,1 (117,0/120,0) |
| 6. | Roar Ljökelsöy | NOR | 243,6 (117,0/120,0) |
| 7. | Primoz Peterka | SLO | 239,7 (119,5/117,0) |
| 8. | Peter Zonta | SLO | 239,0 (119,0/116,0) |
| 9. | Thomas Morgenstern | AUT | 237,4 (123,0/110,0) |
| 10. | Florian Liegl | AUT | 236,8 (116,0/117,5) |
| 11. | Veli-Matti Lindström | FIN | 235,8 (119,0/114,5) |
| 12. | Damjan Fras | SLO | 235,5 (116,0/118,0) |
| 13. | Adam Malysz | POL | 233,7 (118,0/113,5) |
| 14. | Andreas Goldberger | AUT | 231,7 (113,0/116,0) |
| 15. | Michael Uhrmann | GER | 230,5 (117,0/113,0) |
| 16. | Hideharu Miyahira | JPN | 230,2 (113,0/116,0) |
| 17. | Sigurd Pettersen | NOR | 229,9 (112,0/118,5) |
| 18. | Arttu Lappi | FIN | 229,7 (114,0/115,0) |
| 19. | Georg Späth | GER | 228,0 (113,0/114,5) |
| 20. | Stefan Pieper | GER | 225,4 (108,5/119,5) |
| 21. | Noriaki Kasai | JPN | 224,4 (112,5/113,0) |
| 22. | Matti Hautamäki | FIN | 222,9 (112,5/113,0) |
| 23. | Kazuyoshi Funaki | JPN | 222,7 (113,0/111,0) |
| 24. | Robert Kranjec | SLO | 222,0 (113,5/115,0) |
| 25. | Stephan Hocke | GER | 220,9 (116,5/109,0) |
| 26. | Henning Stensrud | NOR | 217,8 (111,0/112,5) |
| 27. | Simon Ammann | SUI | 203,4 (107,5/108,0) |
| 28. | Andreas Widhölzl | AUT | 199,2 (109,0/105,0) |
| 29. | Andreas Küttel | SUI | 197,7 (109,0/105,0) |
| 30. | Dirk Else | GER | 190,0 (104,5/105,5) |
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