Dienstag, 24. Dezember 2002

Schwimmstar Mirna Jukic geht in die Berge

  • Drei Wochen Höhentraining in Spittal/Drau

Für Mirna Jukic begann am Montag das erste Höhentrainingslager ihrer noch jungen, doch äußerst erfolgreichen Schwimm-Karriere. Die 16-Jährige wird bis zum 13. Jänner drei Wochen lang im Hallenbad Spittal/Drau trainieren und auf dem Goldeck wohnen.

Auf dem Hausberg der Lieserstadt wird die Wienerin auch leichte Ausdauersport-Einheiten absolvieren sowie von Hans Holdhaus medizinisch betreut. Der Leistungsdiagnostiker bleibt die ganze Zeit über zur Betreuung der Doppel-Europameisterin in Kärnten.

"Living high, training low"
Das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel wird Jukic im Kreis ihrer Familie feiern, denn auch ihre in Zagreb lebende Mutter hat ihr Kommen geplant. Doch sonst ist alles auf das Sportliche ausgerichtet, wobei nach dem Motto "living high, training low" vorgegangen wird. Holdhaus erklärt das dem aktuellen Wissensstand entsprechende Prinzip: "Durch das Training auf normaler Höhe muss sich der Sportler nicht umstellen, durch das Wohnen in der Höhe profitiert er aber trotzdem von den Vorteilen des Höhentrainings."

Schwimmen wird Jukic täglich von 14:00 bis 16:00 Uhr auf 480 m Seehöhe, die Mittelstation des Goldeck liegt auf rund 1.800 m. Im Hallenbad wird die Gymnasiastin sehr gute Bedingungen vorfinden, Trainer Ferdinand Kendi vom Spittaler Schwimmklub freut sich auf den prominenten Gast: "Wir werden ihr zwei bis drei Bahnen zur Verfügung stellen und hoffen, dass unsere Schwimmer auch ein bisschen von der Anwesenheit von Herrn Holdhaus profitieren." Anfang Jänner werden zudem einige Talente vom Jukic-Klub Austria Wien zum Training kommen.

In luftiger Höhe wird Holdhaus Jukic einige Jogging- und Langlauf-Runden drehen lassen und anhand regelmäßiger Kontrollen die Auswirkungen der für die Vorzugsschülerin noch ungewohnten Belastungen feststellen. "Jeder reagiert auf Höhentraining anders. Es kann auch sein, dass sie es überhaupt nicht verträgt und wir vorzeitig abbrechen müssen", erklärt Holdhaus. Schon im Vorfeld nahm er seinem bisher jüngsten Höhentrainings-Schützling Bluttests, Hormon- und Eisenstatus ab, um Vergleichswerte zu haben.

Trainingsprogramm variabelEin exakt festgelegtes Trainingsprogramm gibt es nicht, damit man auf die Testergebnisse reagieren bzw. variieren kann. Vier Tage nach der geplanten Beendigung des Kärnten-Trips wird Jukic beim Europa-Auftakt des Kurzbahn-Weltcups in Paris starten, ebenso wie in der Woche danach bei den Meetings in Stockholm und Berlin. Die dort erbrachten Leistungen werden weitere Aufschlüsse über die Verträglichkeit des Höhentrainings bringen, für April ist in der Sierra Nevada der nächste "bergige" Aufenthalt angesetzt.

24.12.2002 12:25