El Kaida: Terrorfinanzierung in Diamantenhandel
- Zahlungen ohne Spuren im Bankensystem
- US-Zeitung vermutet Bestechung afrikanischer Präsidenten
Das Terrornetzwerk El Kaida und ähnliche Gruppierungen haben ihre Finanzierung angeblich zu weiten Teilen auf Gold und Edelsteine umgestellt. Eine Expertengruppe des UN-Sicherheitsrates hat schon im vergangenen Jahr festgestellt, dass Gruppen wie die El Kaida oder auch die Hisbollah-Bewegung vielleicht ihre Geldbeutel mit Edelsteinen aus Afrika auffüllen.
Der Zweck ist, keine Spuren mehr im internationalen Bankensystem zu hinterlassen. Und das scheint auch zu gelingen: Denn sowohl der UN-Bericht als auch entsprechende Zeitungsberichte stützen sich weitestgehend auf Vermutungen und Spekulationen.
Kontrolle
So genannte "Blut-Diamanten" aus Sierra Leone, Liberia oder Angola könnten von Mittelsmännern des Terroristenführers Osama bin Laden aufgekauft worden sein. Die UN-Expertengruppe hatte sich zum Ziel gesetzt, die Wege des illegalen Diamantenhandels einer stärkeren Kontrolle zu unterwerfen. Sie wollte auch "den florierenden und unregulierten Handel mit Gold und Diamanten" in der Golfregion und Südostasien unter die Lupe nehmen.
Mehr Kontrolle
Unzufrieden sind die Experten mit den offenbar nachlässigen Überprüfungen potenzieller Finanzierungskanäle der Terroristen in einer Reihe von Ländern. Die weltweite Geldwäsche verschiedener illegaler Gruppierungen werde auf mindestens 500 Milliarden Dollar geschätzt. Ein beachtlicher Teil davon könnten Gelder zur Finanzierung terroristischer Gruppen sein, vermuten die Experten. Ermittler sind auch Geschäftsverbindungen zwischen Vertretern der El Kaida und Hisbollah und libanesischen Diamantenhändlern in Kongo und und Sierra Leone auf der Spur.
Sie bemühen sich dem UN-Bericht zufolge auch, die Wege des Geldtransfers über das traditionelle Hawala-System in moslemischen Ländern zu durchleuchten. Dies erweise sich jedoch als besonders schwierig, weil Geld auf der Basis mündlicher Abmachungen bar weitergereicht werde, ohne dass es schriftliche Belege gebe.
Handelsstopp
Ein im Jänner 2003 in Kraft tretendes Abkommen soll nun den internationalen Handel mit so genannten Blutdiamanten aus Bürgerkriegsländern unterbinden. Darauf hatten sich im November in Interlaken (Schweiz) Vertreter von 40 Staaten sowie der Diamantenindustrie geeinigt.
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