Sonntag, 29. Dezember 2002

Angeblich El-Kaida-Deals afrikanischer Präsidenten

  • "Washington Post": Millionen $ für Aufnahme von Terroristen

Das Terrornetzwerk El Kaida hat nach US-Medienberichten die Präsidenten von Liberia und Burkina Faso bestochen, um dort den Diamantenhandel unter Kontrolle zu bekommen. Die Quellenangabe: Ein Bericht angeblich mehrerer, nicht genannter europäischer Geheimdienste.

Die "Washington Post" berichtete am Sonntag, eine einjährige Untersuchung "der Europäer" habe ergeben, dass der liberianische Präsident Charles Taylor mindestens eine Millionen Dollar dafür erhalten habe, dass er die El-Kaida-Mitglieder aufnahm; zwei Monate nach den Terroranschlägen vom 11. September.

Die Terroristen hätten auch Zuflucht im Präsidentenpalast im benachbarten Burkina Faso gefunden. Von diesen beiden Standorten aus hätten sie für mindestens 20 Millionen Dollar Diamanten aufgekauft und damit den Markt in der Region praktisch unter ihre Kontrolle gebracht.

Begonnen habe der Versuch von El Kaida, mit Diamanten Geld zu machen, bereits 1998, glaubt die Post zu wissen. Damals hatten die USA nach Anschlägen auf zwei US-Botschaften in Afrika mit der Sperrung von Konten reagiert.

Verhaftete streiten El-Kaida-Verbindung ab
Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen der libanesische Diamantenhändler Samih Osailly, der im April festgenommen wurde, und sein Cousin Aziz Nassour sowie der senegalesische Söldner Ibrahim Bah. Alle drei bestreiten jede Verbindung zu El Kaida.

Zusammenfassend: Drei Männer mit Beziehungen zu Staatschefs haben versucht, einen Teil des westafrikanischen Diamantenhandels unter Kontrolle zu bringen. Sie wurden festgenommen, und die US-Medien halten sie für El-Kaida-Verbindungsleute.

29.12.2002 18:37