Israel übt nach Anschlägen militärisch Vergeltung
- Palästinensische Metallfabriken mit Raketen beschossen
- PLUS: Alle Hintergründe des Konflikts im Nahen Osten!
·Intifada
80 Prozent wollen Kampf fortsetzen
·PLO-Geschichte
Zwischen Terror und Diplomatie
·Die Attentäter
Terrorgruppen im Nahen Osten
·Westjordanland
Passierscheine & Stacheldraht
Nach den schweren Selbstmordanschlägen in Tel Aviv hat Israel in der Nacht zum Montag erwartungsgemäß mit militärischer und politischer Vergeltung gegenüber den Palästinensern reagiert. Armeeinheiten griffen die Stadt Gaza an, Kampfhubschrauber feuerten rund ein Dutzend Raketen auf mehrere Gebäude im Zentrum von Gaza ab.
Regierungschef Ariel Sharon und seine wichtigsten Minister beschlossen weitere militärische und politische Vergeltungsmaßnahmen. Zwei Selbstmordattentäter hatten sich am Sonntagabend kurz hintereinander in die Luft gesprengt und dabei 22 Menschen mit sich in den Tod gerissen. Hundert weitere wurden verletzt.
Laut palästinensischen Angaben galt der Raketenangriff in Gaza einer Metallfabrik. Die israelische Armee wirft radikalen Palästinensergruppen vor, dort Waffen herzustellen. Über mögliche Opfer der Angriffe gab es zunächst keine Angaben. Nach dem Angriff fiel der Strom in der Stadt aus. Bei Rafah im Süden des Gazastreifens rückte die Armee mit zwei Panzer-Kolonnen auf autonomes Gebiet vor. Im Flüchtlingslager Rafah hätten die Soldaten das Haus eines Mitglieds der radikalen Palästinenserorganisation Islamischer Jihad geprengt, teilten palästinensische Sicherheitskräfte mit. Die Panzer wurden demnach von Kampfhubschraubern unterstützt, die aus der Luft Schüsse abgaben und dabei sieben Menschen verletzten.
In einer nächtlichen Sitzung des israelischen Sicherheitskabinetts gaben die Minister der Armee grünes Licht, den "Kampf gegen den Terrorismus" zu verstärken, wie der Militärrundfunk berichtete. Ein Vorschlag von Außenminister Benjamin Netanyahu, Palästinenserpräsident Yasser Arafat ins Exil zu schicken, sei hingegen abgelehnt worden. Den Angaben zufolge beschlossen die Minister zudem, eine Sitzung des Zentralrates der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) in Ramallah zu verbieten. Auch dürften Vertreter der Autonomiebehörde nicht wie geplant zu einem vom britischen Regierungschef Tony Blair initiierten Treffen nach London reisen. Außerdem sollen drei Koran-Schulen im Westjordanland geschlossen und der Autoverkehr im Westjordanland weiter eingeschränkt werden.
Der Anschlag in Tel Aviv ist der nach dem Attentat in Netanya vergangenen März der schwerste seit Beginn der Intifada im September 2000. In Netanja hatte ein Selbstmordattentäter am jüdischen Osterfest in einem Hotel eine Bombe gezündet. 29 Menschen starben, etwa hundert weitere wurden verletzt.
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
