Beunruhigung nach Bombenanschlägen in Mazedonien
- Attentat forderte ein Menschenleben und fünf Verletzte
- Staatspräsident Trajkovski: "Terroristische Akte"

Ein Bombenanschlag in der nordmazedonischen Stadt Kumanovo hat am Mittwoch ein Menschenleben und fünf Verletzte gefordert und die Regierung in Skopje in höchstem Maße alarmiert. Staatspräsident Boris Trajkovski verurteilte die "terroristischen Akte", wie sein Sprecher Borjan Jovanovski am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt mitteilte. Verteidigungsminister Vlado Buckovski warnte seinerseits vor "gefährlichen Konsequenzen" des "städtischen Terrorismus".
Beauftragte von NATO und OSZE trafen unterdessen mit hohen Vertretern des Innen- und des Verteidigungsministeriums zu Dringlichkeitsgesprächen zusammen.
Bombe in nähe einer Schule
Wie die Polizei in Kumanovo mitteilte, war der Sprengsatz in einem Müllcontainer in der Nähe einer Mittelschule versteckt. Bei dem Toten handelt es sich um einen 66-jährigen Mann. Unter den Verletzten ist nach Angaben einen Krankenhauses ein fünf Jahre altes Kind. Über die möglichen Hintergründe der Tat machte die Polizei zunächst keine Angaben. In der Stadt gibt es neue Spannungen, nachdem Hunderte albanischer Schüler über Vergiftungserscheinungen geklagt hatten.
Albanische Seperatisten kämpfen weiter
Die Lage im Raum Kumanovo und dem größten Teil Nordmazedoniens ist nach dem Konflikt zwischen albanischen Separatisten und der slawisch-mazedonischen Mehrheitsbevölkerung im vergangenen Jahr immer noch gespannt. Die Kämpfe wurden im August 2001 mit dem Befriedungsabkommen von Ohrid beendet. In der Gegend kommt es dennoch immer wieder zu Zwischenfällen. Die extremistische Untergrundgruppe "Albanische Nationalarmee" ( Armate Kombetare Shqiptare/AKSh) kämpft für ein "Groß-Albanien" unter Einschluss des Kosovo und Westmazedoniens.
Die UNO-Justizbehörden im benachbarten Kosovo hatten kürzlich erstmals zwei der Mitgliedschaft in der AKSh verdächtigte Albaner wegen Terrorismus angeklagt. Die Splittergruppe lehnt den international vermittelten Friedensplan für Mazedonien ab und hat zum Kampf gegen die Regierung in Skopje aufgerufen. Die AKSh hat sich zu mehreren Anschlägen in Mazedonien bekannt.
Sprengsatz auch im Kosovo
Ein Sprengsatz explodierte am Mittwoch in der Kosovo-Stadt Pec. Dort starb nach Angaben der UNO-Kosovo-Mission (UNMIK) der 55 Jahre alte Albaner Adem Zekaj. Zwei Frauen wurden verletzt. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Zekaj kämpfte nach einem Zeitungsbericht in den Reihen albanischer Milizen.
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