Bethlehem sah heuer ein stilles Weihnachtsfest
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In trauriger Stimmung haben mehrere hundert Gläubige in der St. Katharinen-Kirche von Bethlehem in der Nacht zum Mittwoch die traditionelle Christmette gefeiert. Wie schon im Vorjahr blieb der Stuhl von Palästinenserpräsident Yasser Arafat während der Messe leer, dem die israelischen Behörden erneut die Teilnahme untersagt hatten. "Bethlehem ist eine traurige Stadt", sagte Bürgermeister Nasser angesichts der tristen Stimmung in Jesu Geburtsstadt.
Obwohl sich die israelische Armee während der Weihnachtsfeierlichkeiten aus dem Zentrum der besetzten Geburtsstadt Christi zurückgezogen hatte, hatten die Einwohner aus Protest gegen die israelische Besatzung auf den traditionellen Weihnachtsschmuck verzichtet. Nicht einmal die Tannenbäume auf dem Platz vor der Geburtskirche waren geschmückt. "Bethlehem ist eine traurige Stadt", sagte der katholische Bürgermeister Hanna Nasser.
Zuvor hatte ein israelischer Militärsprecher versichert, dass Israel alles unternehmen werde, damit die religiösen Zeremonien ungestört ablaufen könnten: "Man wird im Fernsehen keine besetzte Stadt sehen." Der Sprecher rechtfertigte die Entscheidung, Palästinenserpräsident Yasser Arafat das zweite Jahr in Folge die Teilnahme an der traditionellen Mitternachtsmesse in Bethlehem zu verbieten. Mit seiner "Mord- und Terrorkampagne" habe Arafat den Christen großes Leid zugefügt, betonte General Amos Gilad im Militärradio. Dagegen kritisierte das französische Außenministerium erneut die Entscheidung als "ärgerlich und sinnlos".
Palästinensische Christen und arabische Israelis christlichen Glaubens aus Israel, dem Westjordanland und dem Gazastreifen konnten die Weihnachtsmesse in Bethlehem besuchen. Sie wurde traditionell vom lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Michel Sabbah, gehalten. Zuvor waren Sabbah und die anderen Vertreter der christlichen Kirchen vom israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon in Jerusalem empfangen worden, der ihnen seine Weihnachtswünsche überbrachte.
Nach einem Selbstmordanschlag in Jerusalem Ende November waren israelische Truppen nach Bethlehem einmarschiert und halten die Stadt seitdem besetzt. Im Zentrum Bethlehems stehen die Geburtskirche Jesu und die franziskanische Sankt-Katharinen-Kirche, in der die Mitternachtsmesse gefeiert wird.
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